Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 248
(PDF, 180 MB)
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FRIEDRICH ADLER
Ausführung:

TISCHLAMPE IN BRONZE
Richard L. F. Schulz, Berlin

Alsbald nach Schluß der Gewerbeschau
(13. Oktober 1912) wurden sowohl durch eine
große Tageszeitung wie auch durch den Verkaufsausschuß
der Gewerbeschau an große und
kleine Aussteller Rundfragen gerichtet, die ein
außerordentlich interessantes Material zutage
förderten. Unter den verschiedenen Fragen
wirtschaftlicher Natur war auch eine, die hauptsächlich
für die Industriellen gedacht war, nämlich
: „Was für Erfahrungen haben Sie mit
dem Zusammenarbeiten mit den Künstlern gemacht
?" Es ist geradezu grotesk, wie bei einer
ersten Durchsicht der Enquete die Ansichten
hierüber auseinandergehen. Sichtet man aber
die Urteile nach Branchen, so ergibt sich, daß
es noch weite, bisher kunstgewerblich unbebaut
gebliebene Gebiete gibt, auf denen es naturgemäß
zunächst noch an Unstimmigkeiten
zwischen Künstlern und Fabrikanten nicht
fehlt, auf denen aber künftighin nutzbare Arbeit
geleistet werden muß. Daß das bisher
gar nicht oder nur ungenügend und unbefriedigend
geschah, ist indessen nicht allein die
Schuld der Produzenten. Vielmehr hat der Umstand
, daß viele Künstler vom technischen Herstellungsprozeß
derjenigen Gegenstände, für
welche sie Entwürfe liefern, keine Ahnung haben
, daß sie es für unter ihrer Würde halten, in

Fabriken zu lernen, bis jetzt eine Geschmacks-
beackerung dieser Gebiete unmöglich gemacht.

Bei solchen Erkenntnissen muß die künftige
Arbeit einsetzen. Bis wir in München
wieder eine große Qualitäts-Gewerbe-Ausstellung
veranstalten, müssen auch diese spröden
Branchen gewonnen sein. Wer aber soll
diese Arbeit leisten? Darauf gibt uns die Schlußsitzung
der Gewerbeschau die Antwort. Von
dem klug erwirtschafteten Ueberschuß wurden
nach dem aufgestellten Finanzplan insgesamt
253 267.84 Mark an die vier Vereine ausgeschüttet
, auf deren Anregung und gemeinsam
betriebene Vorarbeit hin seinerzeit zur
Veranstaltung der Gewerbeschau geschritten
wurde. Es sind dies der „Bayerische Verein
für Volkskunde und Volkskunst", der „Bayerische
Kunstgewerbeverein", der „Münchner
Bund" und der „Verein Ausstellungspark".
Jedem einzelnen dieser vier Vereine wurde
die Summe von 63 316.96 Mark ausbezahlt
und zwar mit der ausdrücklichen Bestimmung,
daß dieses Geld den auf die Förderung des
Kunstgewerbes hinzielenden Bestrebungen der
Vereine zugute kommen soll.

An diesen Vereinen also ist es, je nach
der Art ihrer Zweckbestimmung die Weiterar-
beitund dieVorarbeit für künftige Ausstellungen,
die natürlich wiederum nie Selbstzweck werden
dürfen, zu leisten. Da die Aufgaben des
Volkskunstvereins in der Hauptsache architektonische
und volkskundliche, die des Vereins
Ausstellungspark ausstellungstechnische
sind, so wird die Hauptarbeit, die wir meinen,
dem Kunstgewerbeverein und dem „Münchner
Bund" zufallen. Namentlich von letzterem,
der in der Heranziehung der Industrie zu der
großen Geschmacksbewegung und zu den
Qualitätsproblemen unserer Zeit schon Außerordentliches
geleistet hat, erwarten wir viel.
Seine demnächst zu eröffnende „Münchner
Sammlung für angewandte Kunst" wird sozusagen
die Quintessenz der Gewerbeschau darstellen
. Als Muster- und Vorbildersammlung
wird sie kein totes museales Dasein führen,
sondern den Zwecken Lehrender und Lernender
und den praktischen Zwecken der „Vermittlungsstelle
für angewandte Kunst" dienen.
Auf dieser Basis, die freilich immer mehr zu
verbreitern sein wird, muß sich die Weiterarbeit
vollziehen. Ferner wird es sich darum
handeln müssen, die im Frühjahr erscheinende
Denkschrift der Gewerbeschau möglichst weit
zu verbreiten und in Handwerker-, Gewerbevereinen
und Fachverbänden durch Vorträge die
Erinnerung an die Gewerbeschau, an ihre Lehren
und an alle ihre gewerbefördernden Konnexe
wach zu erhalten. Georg Jacob Wolf

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