Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 252
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ARCH. PAUL MEBES-ZEHLENDORF

LANDHAUS HACKELOER-KOBBINGHOFF: VORGARTEN

in den Baudenkmälern dieser Zeit beschlossene
Erbe nutzbar zu machen und für die Allgemeinheit
produktiv werden zu lassen, hat der
Berliner Architekt Paul Mebes vor einigen
Jahren im Verlag dieser Zeitschrift unter dem
glücklich gewählten und heute schon zu einem
Schlagwort erhobenen Titel „Um 1800" ein
zweibändiges Abbildungswerk erscheinen lassen
, mit dem er seinen Namen auch über den
engeren Kreis seiner Berufsgenossen hinaus
bekannt gemacht hat. Die erzieherische Bedeutung
dieses Werkes ist für unsere Zeit ohne
Frage. Da die architektonische Ueberlieferung
sich heute nicht von selbst darbietet, so muß
sie auf dem Umweg über den Eklektizismus
von jedem Einzelnen immer wieder gesucht
werden. Bei diesem Versuche, eine allumfassende
Bautradition lebendig zu machen und
an die Stelle einer toten Stilarchitektur eine
einheitliche und wirksame Kunstkonvention
zu setzen, muß es jedoch mehr darauf
ankommen, eine Gesinnung als eine Form zu
erneuern. Es gehört ein gut Teil Disziplin,
Besinnung und Selbstbeherrschung dazu, über
das bloße Motiv hinauszugelangen, um es
geistig neu erobern zu können. In jedem

andern Fall muß eine solche Inspiration retrospektiver
Art gefährlich werden: sie führt
unweigerlich zu einer unfruchtbaren und der
inneren Wahrheit entbehrenden Empiremode.

Betrachtet man die von Paul Mebes ausgeführten
Bauten, deren eine ganze Reihe in
diesem Heft abgebildet werden, so zeigt es
sich, daß diesem Architekten die Erneuerung
der in den Werken um 1800 manifestierten
Baugesinnung in vielen Fällen fast restlos gelungen
ist, ja es können seine Arbeiten, als
Ganzes betrachtet, geradezu als Schulbeispiele
dafür gelten, wieviel solide, handwerkstüchtige
Qualitätsarbeit mit Hilfe dieser Bautradition
geleistet werden kann. Insbesondere da, wo
der Architekt über das Doktrinäre dieser Architekturtendenz
hinausgelangt ist, hat er das
eigene Werk der edlen Verhältnisschönheit
seiner Vorbilder sehr weit zu nähern vermocht
. In diesem Sinne zählt das Haus
Hanschke ohne Zweifel zu seinen besten
und reifsten Arbeiten. (Abb. S. 257.) Hier
ist bei aller Schlichtheit des Aufbaues soviel
Reichtum an spezifisch architektonischen Wirkungen
zu rinden, daß man das Bauwerk fast
wie die natürliche Blüte einer lebendigen

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