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ARCH. PAUL MEBES-ZEHLENDORF
Stellung im preußischen Abgeordnetenhaus erkennen
ließ, bei uns noch sehr im Schwange
ist, hat keinen Sinn mehr, sobald durch das
stetige Anwachsen der Spesen eine Unterbietung
des orientalischen Importes nicht mehr
möglich ist. Das Ziel wären also deutsche
Teppichmuster, die an Schönheit, Eigenart
und allseitiger Verwendbarkeit den
Persern nicht nachstehen. Das mag wie
eine Utopie klingen, ist aber nicht ernsthaft
zu bestreiten. Die deutschen Fabrikanten wissen
das und haben sich trotzdem entschlossen,
durch die neue Konvention eine Politik ein-
AUS DER WOHN HAUS GRUPPE IN ZEHLENDORF
zuschlagen, die der Propagierung der
Künstlerteppiche etwas entgegenwirken
muß — und soll.
Für die Mehrkosten, die die Anfertigung eines
nur einmal bestellten Künstler-Teppichs zweifellos
verursacht, fordern sie — gewiß nicht ohne
Berechtigung — eine besondere Vergütung,
gegen die jeder, der sich nach eigenem Geschmack
einen Teppich entwerfen läßt, so wenig
etwas einwenden wird, wie er dem Maßschneider
zumutet, unter den gleichen Bedingungen wie die
Stapelkonfektion zu liefern. Diese Forderung
ist aber getragen von der ausdrücklich betonten 1
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