Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 274
(PDF, 180 MB)
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ARCH. PAUL MEBES-ZEH LENDORF □ WOHN HAUSGRUPPE IN NIEDER-SCHONHAUSEN : PAUL FRANCKE-STR ASZE

Tendenz, den Lagerteppich wieder zu dem
Normalfall zu machen. Wir sehen zunächst
aus dieser Feststellung, daß der Absatz von
Künstler-Teppichen solchen Umfang angenommen
hat, daß er in der Produktion nicht
mehr so nebenher läuft, sehen mit Vergnügen
die Bestätigung, daß wiederum eine von den
Theoretikern vor x Jahren erhobene Forderung,
sich als wirtschaftspolitisch richtig erwiesen hat,
und bedauern nur den Schritt zurück, der auf
einmal getan werden soll.

Der Wunsch der Fabrikanten, Teppiche zu
schaffen, die dutzend- und hundertweise in
deutschen Häusern aufgelegt werden könnten,
brauchte uns nicht zu verstimmen, wenn wir
nicht ganz genau wüßten, daß hier in der
Hauptsache Muster gemeint sind, die wir
nicht anders als künstlerisch minderwertig
bezeichnen können. Man sehe die
Kollektionen, namentlich die der Maschinenteppiche
, durch, die jede Saison von den Reisenden
ausgepackt werden. Ich erinnere an die
modische Hysterie der Verdüren, der Kleingemusterten
, der Schwarzgrundigen und was noch

in den letzten Semestern vor unseren Augen
herumgeflirrt ist. Demgegenüber erhebt sich
die Frage, warum in all diesen Kollektionen
immer nur ausnahmsweise einmal ein künstlerisch
annehmbarer Entwurf auftaucht, warum,
offen heraus gesagt, die Künstler-Teppiche
aus sich heraus so verblüffend wenig
Befähigung zeigen, normale Lagerware
zu werden? Theoretisch denkbar wäre es doch,
daß alle die Dessins, über die man bestenfalls
die Achseln zucken kann, von Künstlerhänden
durchgeformt würden, daß die deutschen Teppich
-Knüpfereien und -Webereien Lagerkollektionen
von Teppichen hätten, die auch Menschen
von gutem Geschmack befriedigen.

In Wirklichkeit scheint das noch unmöglich.
Nicht darum, weil die Fabrikanten mit künstlerisch
befähigten Menschen nichts zu tun haben
wollen. Ein Teil arbeitet ja Tag um Tag mit
ihnen zusammen und, wie das Vorgehen beweist
, keineswegs ganz erfolglos. Allein Schuld
werden wohl auch nicht die Händler, die Reisenden
und die Verkäufer haben, die aus mangelndem
Verständnis, aus Bequemlichkeit oder

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