http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0377
ARCH. ALBERT GESSNER-CHARLOTTENBURG
brauche nur wacker, ehrlich und unverzagt in
das Getriebe hineinzugreifen. Er war auch
vor der Architektur selbst so ein Fremdling,
einer, der mit mehr idealem Wollen als Kenntnissen
daherkam, dem dafür aber auch nicht
wie dem durch alle Schulen gejagten Fachmann
der Blick für das Neue und die neuartige
Möglichkeit abgestumpft war. Wäre er
richtig aus- und vergebildeter Architekt gewesen
, er hätte wahrscheinlich kaum den Mut
gehabt, sich an das ebenso heikle wie undankbare
Miethausproblem zu wagen. Wir
WOHNHAUS, VOM BIRKENGRUND GESEHEN
hätten an den Automobilstraßen ein paar farbenfrohe
, ländlich sanfte Idyllen weniger, und es
wäre alles beim alten.
Kein Zweifel, es ist eine Schwäche dieser
Miethausbauten, daß ihnen die deutsche Blauäugigkeit
, Gemüt und Seele zu jedem Fenster
herauslugen. Mit den Wandermenschen, die
einen Kontrakt lang darin ihr Quartier aufschlagen
, muß das eine Dissonanz geben. Wie
es ja auch keinem einfällt, den Schutzmann,
der auf dem Potsdamer Platz den Verkehr
ERDGESCHOSZ
jt OBERGESCHOSZ
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