Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 329
(PDF, 180 MB)
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AUSTRALIEN AMERIKA ASIEN EUROPA

FLORSTICKEREIEN NACH ENTWÜRFEN VON ERNST AUFSEES ER-DUSSEL DORF AUSGEFÜHRT VON ELISABETH RUDTKE

NEUE FLORSTICKEREIEN VON ERNST AUFSEESER

Materialreize machen bei diesen Arbeiten fast
alles aus, Reize, die sich der photographischen
Wiedergabe nahezu vollkommen
entziehen. Weißer Mull und weißes Glanzgarn
sind die Stoffe, aus denen diese kleinen Kunstwerke
hergestellt werden. Sehr hübsch hat
Carry Brachvogel in
einem früheren Aufsatze
über Aufseeser
dieTechni k charakterisiert
: „Der Mull
wird mit dem Glanzgarn
nicht etwa bestickt
, sondern gleichsam
hinter stickt,
indem die Fäden so
fein überden Stoff gespannt
und angestochen
werden, daß die
haarfeinen Stichnarben
auf der Rückseite
(die in diesem Falle
als Vorderseite betrachtet
wird)die Konturen
des Musters ergeben
, so daß die
Zeichnung zugleich
reliefartig hervortritt
und doch wiederum
von zartem Flor über-
schleiert scheint."
Der Eindruck, weiß
auf dem gebrochenen
Weiß des Florstoffes

ist ungemein duftig, leicht, diskret, liebenswürdig
; es fehlt alle Schwere im Material sowohl wie
im optischen Eindruck. Natürlich auch in den
dargestellten Sujets; Aufseeser hält sich mit feinem
Takt an märchenhafte oder idyllische Stoffe,
die er in seiner liebenswürdigen Ausdrucksweise
reizend gestaltet
. Wie könnte Florstickerei
anders als
ironisch sein? Es ist
eine ähnliche Sache
wie mit den Puppen
und Marionetten, die
als Material schon die
Ironie im Leibe haben
. Ernsthaft ist
die künstlerische Leistung
deshalb dennoch
. Alle diese ovalen
,runden oder viereckigen
Felder sind
mit vollendetem Geschmack
gefüllt; die
Komposition, auf der
bei dieser rein in Linien
und Flächen sich
bewegenden Technik
das Schwergewicht
liegt, ist in allenFällen
vorzüglich und, auf
Tiefenwirkung verzichtend
, ganz aufs
liebenswürdig Musikalische
angelegt, m.

Dekoratire Kunst. XVI. 7. April 1913

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