Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 353
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ARCH. HERMANN MUTHESIUS-NIKOLASSEE

Wilhelmshöhe bei Cassel. Am südlichen Rande
dieses Geländes schiebt sich ein Waldstreifen
mit alten Eichen und Buchen, gewissermaßen
ein Ausläufer des Wilhelmshöher Waldes, in
die Landschaft herein. An dieser Stelle, auf
einem Grundstück, das zur Hälfte aus Wald,
zur Hälfte aus einem stark nach Süden geneigten
Ackerfeld bestand, galt es, einen
größeren Landsitz zu errichten. Vor allem
mußte der schöne alte Wald erhalten werden,
denn er bildet den Hauptanziehungspunkt des
Anwesens. Aber das Haus sollte doch so hoch
wie möglich liegen und wurde daher ganz
hinauf an den Waldrand gerückt. Die Lage
und Formation des unbewaldeten Teiles erlaubte
eine breite Frontentwicklung nach Süden und
kam infolge der Senkung des Bodens nach
derselben Richtung der Anlage von Gärten
entgegen, während der rückwärtige Hochwald
Schutz gegen Nord- und Westwinde gewährte.

Außer dem Haupthause mit reichem Raumprogramm
sollte noch ein Pferdestall und eine
Wagenremise nebst Kutscherwohnung angelegt
werden. Da eine vom Haupthause abgerückte
Unterbringung dieser Nebengebäude Schwierigkeiten
verursachte, wurden sie zu einer einheitlichen
Baugruppe verbunden. Das Pferde-

LANDHAUS IN HARLESHAUSEN: EINFAHRTSTOR

stallgebäude ist seitlich des Haupthauses nach
dem Eingang hin herausgestreckt, wodurch sich
zugleich für dieses ein Vorhof ergab.

Im Erdgeschoß sollten ein Herrenzimmer,
ein Musikzimmer, ein Wohnzimmer, ein Damenzimmer
und ein Eßzimmer, außerdem noch
ein Sekretärzimmer und eine geräumige Veranda
untergebracht werden. Im Obergeschoß war
für eine Reihe von Schlaf- und Fremdenzimmern
zu sorgen. Die Lage des Bauplatzes
bot den Vorteil, daß möglichst viele Zimmer
an die Südfront des Hauses gelegt werden konnten
. Doch war natürlich auch die Ostfront nicht
zu verachten; die Westfront kam ebenfalls in
Betracht, weil sie eine wundervolle Aussicht
nach den Hügeln von Wilhelmshöhe bietet.
Aus diesem Grunde sind im Erdgeschoß die
Veranda und das Eßzimmer, im Obergeschoß
eine Reihe von Schlafzimmern und ein Wohnzimmer
nach dieser Seite gelegt worden.

Ueber einen Windfang hinweg, von welchem
einerseits die Ablage, andererseits das Sekretärzimmer
zugänglich ist (Geschäftsbesuche sollen
nicht durch die Halle geführt werden), gelangt
man in die eingeschossige Halle. Sie erhält
Licht durch drei große Nordfenster und vermittelt
den Zutritt in sämtliche Zimmer des

Dekorative Kunst. XVI. 8. Mai 1913

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