http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0443
gartenschirm und vorhänge aus segeltuchleinen mit kurbelstickerei in schwarz und gelb,
kissen und decke aus bauernleinen mit kurbelstickerei in gelblichen und rötlichen tonen
entwurf und ausfuhrung: gertrud lorenz, dresden
Es wird immer der Einwand gemacht, die große Können verarbeitet würde, so würde die Art der
A/la<5<5e Her Abnehmer spi einFar.h wirKrhnft-- Arbeit sehr zu unserem Wohlstande beitragen. (
Denn gute Arbeit hält hundert und zweihundert |
Jahre, ja auch noch länger. Das Geld, das man für (
gute Arbeit bezahlt, ist so gut angelegt wie ein (
Vermögen in Staatspapieren. Nur verbildete
Menschen sind nicht mehr imstande, dies einzusehen
. — Denselben Leuten, die Vereine gegen
Schundliteratur gründen, ist es oft nicht bewußt, (
daß sie zwischen lauter Schundarbeit sitzen,
zwischen Arbeit, die, wie Friedrich Naumann i
sagt, nach hungrigen Kindern aussieht, nach (
schwindsüchtigen Näherinnen und nach schlecht I
bezahlten Arbeitern ! Karl Schmidt-Hellerau *
Aus dem Werkbund-Jahrbuch 1912. Verlag Eugen Diederichs, Jena.
fswird immer der Einwand gemacht, die große
Masse der Abnehmer sei einfach wirtschaftlich
nicht imstande, gute Arbeit zu kaufen. Das
ist nur so lange richtig, als unter den Leuten
die Einsicht und der Sinn für das Echte so
wenig verbreitet sind, daß sie zwischen Schund
und guter Ware keinen Unterschied anerkennen,
als den des Preises. Wäre dieser Sinn mehr
verbreitet, so würden sicherlich viele Leute sich
lieber in ihrer Einrichtung, in den Dingen des
Gebrauches auf das Notwendigste beschränken,
um diese wenigen Dinge dann in guter Beschaffenheit
und edler Form zu besitzen. Wenn
in unserer deutschen Produktion alles Rohmaterial
nach bestem Wissen und nach bestem
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