Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 421
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ARCH.THEODOR VEIL UND GERHARD H ERMS-MÜNCH EN □ HAUS GRAF OTTO ZU CASTELL-CASTELL IN MÜNCHEN

NEUE ARBEITEN VON TH. VEIL UND G. HERMS

Wer etwa das neue Villenviertel im Osten
Münchens durchwandert, das sich von
der Sternwarte in Bogenhausen südlich bis
gegen das Prinzregententheater erstreckt, erhält
einen erfreulichen Begriff davon, wie sich
der Stil des Familienhauses hier in einer durchaus
gesunden Weise entwickelt hat. Nichts
von einem Sichüberbieten an Prunk und architektonischem
Witz, kein Protzen mit Material
, wie dem in München so gar nicht „bodenständigen
" Haustein! Am Aeußerendieser Bauten
merkt man, daß echte Wohnkultur im Innern
waltet. Ebenmaß und eine diskrete Einfachheit
, schöne Linien und wohltuende Abtönung
der Farben, künstlerische Ausgeglichenheit im
Gesamteindruck, das sind die Eigenschaften,
in denen sich heute eine vornehme Baugesinnung
dokumentiert.

Man darf in diesem Sinne den Wohnhausneubau
mustergültig nennen, den die jungen
Architekten Theodor Veil und Gerhard
Herms für den Grafen Otto zu Castell-Castell
in jenem neuen Villenquartier, dicht bei der
Sternwarte, errichtet haben. Wir sehen einen

einstöckigen Bau mit reichlich entwickeltem
Dachgeschoß und dahinter ein etwas niederer
gehaltenes Stallgebäude mit Remise und empfangen
sofort die Ueberzeugung, daß der Raum
bis zur Grenze des Möglichen ausgenützt wurde,
aber durchaus nicht den Eindruck einer Ueber-
füllung des Grundstücks. Schon der äußere
Anblick des einstöckigen Gebäudes mit seinen
Ausmaßen und Erkervorsprüngen, die namentlich
im Erdgeschosse Gemächer von repräsentativer
Vornehmheit ahnen lassen, mit seiner
von vier Pfeilern getragenen, überdachten Einfahrt
und den Stallgebänden, verrät das Herrschaftshaus
. Außer seinen schönen Linien
zeigt es im Aeußern keinen Schmuck, von einem
ganz flach modellierten Doppelwappen an der
mittleren Fläche des polygonen Erkervorbaues
an der Straßenfassade abgesehen. Einen gewissen
Aufwand bedeutet nur das Dach, das
mit allen seinen Vorsprüngen und Aufbauten
schmuck und sauber mit grauem Schiefer gedeckt
ist. Diese glänzenden grauen Flächen
stimmen in feiner Harmonie zu dem Ton des
Verputzes, einem in zwei, nahe beieinander-

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