Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 430
(PDF, 180 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0510
ARCH. THEODOR VEIL UND GERHARD HERMS

Architekten hatten nur die Aufgabe, die im Geiste
alter Zeit etwas anspruchslosen Räume im Innern
im Sinne neuzeitlichen Komforts und Stilgefühls
zu schmücken, und dieses Problem haben sie
mit ebensoviel Geschick als Geschmack gelöst.
In den Zimmern und dem Treppenhause war
das Räumliche schon fest gegeben — es handelte
sich darum, nun den gegebenen Verhältnissen
alle dekorativen Möglichkeiten abzugewinnen,
eine Aufgabe, die an Reiz der, etwas Neues
zu schaffen, unter Umständen nicht viel nachsteht
. Hat doch heute der Raumkünstler überaus
reiche und mannigfaltige Mittel zur Verfügung
. Durch ein neues Treppengeländer, das
leicht und zierlich ist, erhalten Diele und Treppenhaus
einen, die Qualität des Ganzen durch
eine kräftige Note bestimmenden Schmuck.
Ohne gerade biedermeierisch zu sein, gibt es
den genannten Teilen des Hauses etwas von
der liebenswürdig-bürgerlichen Anmut des Biedermeierstils
, und der schwarz und weiß qua-
drillierte Bodenbelag, die geblümten Vorhänge
und das mit blumigbedrucktem Leinen überzogene
Ecksopha in der Diele verstärken jenen
Eindruck. Dazu leichte Möbelstücke von schöner
Schreinerarbeit, aparte Wandleuchter, eine

AUS DEM WOHNZIMMER (vgl. seite 429)

originelle Heizkörperverkleidung und gute Bilder
in dekorativ effektvollen Rahmen. Das Hauptstück
ist das Eßzimmer, in naturfarbigem Zirbelholz
ausgeführt, dessen fein-rosiger Ton aufs
glücklichste vom reinen Weiß von Wand und
Decke absticht. Eine Sitzbank läuft, wo irgend
Raum bleibt, an der Wand hin und ihre bequem
geschwungene Rücklehne bildet zugleich die
Täfelung, die etwas über halbe Zimmerhöhe
hinaufreicht. Der Raum mit seinem behaglichen
Tiroler Kachelofen affektiert nicht eine Bauernstube
zu sein, besitzt aber alle wohnlichen Vorzüge
dieses, aus jahrhundertelanger Erfahrung
und Gewohnheit heraus entwickelten Zimmertypus
. Ein wenig anspruchsvoller ist die Wohnstube
. Eine kleingeblümte Tapete deckt die
Wand und das gediegene Mobiliar, Stil 1913,
ist aus Birnbaumholz mit leichten kleinen Verzierungen
von dunklerem Palisander. Die Bezüge
der Polstermöbel sind grün, der Fonds
des Teppichs ist grau; das alles zusammen gibt
eine volle und feierliche Farbenharmonie. -—■
Daß jedes einzelne Stück hier von guter, moderner
und keines von extravaganter Form ist,
das verleiht dem Ganzen eine bemerkenswerte
mondäne Eleganz. F. v. Ostini

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