Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 441
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ARCH. WALTER HESSLING-LEIPZIG □ HAUPTEINGANG DER INTERNATIONALEN BAUFACH-AUSSTELLUNG

DIE ARCHITEKTUR
DER INTERNATIONALEN BAUFACH-AUSSTELLUNG LEIPZIG 1913

Das Ausstellungsgelände wird durch zwei sich
rechtwinklig schneidende Hauptachsen gegliedert
, von denen die eine durch die künftige
„Straße des 18. Oktober" — wie sie offiziell
etwas umständlich heißt — gegeben war, die
andere gleichlaufend mit der Leipzig-Hofer Verbindungsbahn
gelegt ist. Die Gesamtanlage
wurde nach einem Entwürfe der Hauptarchitekten
der Ausstellung, der Bauräte Weidenbach
und Tschammer, ausgeführt.

Eine Schwierigkeit für die Aufteilung des Geländes
lag darin, daß man nicht daran vorübergehen
konnte, das Völkerschlachtdenkmal, das
in der Verlängerung der ersten Hauptachse liegt,
in den weiteren architektonischen Rahmen mit
einzubeziehen. Dieser Prospektwirkung zuliebe,
die in der Natur nicht ganz so zur Geltung
kommt wie auf dem Plane, weil ein nachträglich
hingesetzter, stilloser Musikpavillon den
Durchblick stört, mußte das Hauptausstellungsgebäude
, der Komplex der Hallen für Baukunst,
Raumkunst und Kunstindustrie seitlich der Mitte
der ersten Achse gelegt werden.

Weit günstiger gestaltete sich die Anlage der
Querachse, die von dem östlichen Eingang an

der Reitzenhainer Straße ausgeht und durch die
Betonhalle von Wilhelm Kreis abgeschlossen
wird.

So kommt es, daß durch die Rücksichtnahme
auf einen außerhalb der Ausstellungsanlage bestehenden
Faktor die schmalere und kürzere
Querachse, weil sie in ihrem Lauf und mit ihrem
Abschluß das baukünstlerische Uebergewicht hat
und an ihrem Anfang der architektonisch bedeutendere
und in verkehrstechnischer Hinsicht bequemere
Eingang liegt, sich zur eigentlichen
Hauptstraße ausgebildet hat, obwohl ihre gärtnerische
Ausschmückung einem Vergleich mit
der der Hauptallee nicht standhalten kann.

In der Betrachtung der charakteristischen
Architekturen beginnen wir mit den Portalbauten
an der „Straße des 18.Oktober" von dem Leipziger
Architekten Walter Hessling, mit denen
die Ausstellungsklassizistik anfängt. Die Formen
erinnern zwar lebhaft an die beiden Torgebäude
des Brandenburger Tores in Berlin, doch erreichen
sie ob ihrer für einen Haupteingang
etwas liliputanerhaften Abmessungen nicht im
entferntesten dieWirkungihrer Berliner Urbilder.
Mir ist es nicht klar geworden, ob der Architekt

Dekorative Kunst. XVI. 10. Juli 1913

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