Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 442
(PDF, 180 MB)
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etwas wie Monumentalität anstrebte, auf die er
sich aber dann erst bei der Konstruktion des
Daches besonnen hätte, das eine im Verhältnis
zum Gebäudekörper übertriebene Betonung erfahren
hat.

Eine erheblich bessere Leistung bieten die
Hallen für Raumkunst, Baukunst und Kunstindustrie
von Weidenbach und Tschammer,
deren Aeußeres sich in würdigen einfachen
Formen dem Ausstellungszwecke unterordnet
und durch eine ruhige Selbstverständlichkeit
in der Gliederung des Grundrisses und der
Massen sich vorteilhaft von manchen stilistischen
Gedankenlosigkeiten abhebt. Leider ist aber der
Platz, an dem sich diese Gruppe befindet, so
gar nicht geschaffen, um dieser sehr anständigen
Leistung zu einer ansprechenden Wirkung zu
verhelfen. Das Mittelgebäude, an dessen Seiten
sich die zwei Längshallen vorschieben, um eine
Art Ehrenhof zu bilden, bekrönt ein achteckiger,
stumpf abschneidender Turm, dessen Silhouette
die ganze Anlage zu einem charakteristischen
Mittelpunkt der Ausstellung hätte machen
können, wenn die verfehlte Grundplanaufteilung
nicht hemmend geworden wäre. So ansprechend
und zweckmäßig die Innenräume der Hallen

angelegt wurden, so wenig hat die Mittelhalle
eine zweckdienliche Gestaltung aufzuweisen.
Die Schuld tragen indessen hier nicht die Architekten
, die es sich gefallen lassen mußten, daß
die ursprünglich für eine andere Gruppe vorgesehenen
Räume noch im letzten Augenblick,
als eine Dispositionsänderung im wesentlichen
nicht mehr möglich war, der Raumkunst eingeräumt
wurden. Für die unter dem Turm gelegene
Repräsentationshalle jedoch, ihre zum
Durchmesser in keinem harmonischen Verhältnis
stehende Höhenausmessung und für die
wenig glücklich gewählte ornamentale Dekoration
der dreizehn im Oval gestellten Säulen
des Umganges lassen sich Gründe für ein
Mißlingen wohl nicht leicht finden, wenn auch
nicht verkannt werden darf, daß das Bestreben,
etwas anderes als das Landläufige geben zu
wollen, bei einem Künstler, dem nutzvolle
Wirksamkeit näher als eine phantasiestarke
Tätkeit liegt, im gegebenen Falle einen Ausgleich
beider Funktionen unterbunden hat. Nicht immer
findet der Wille einen Weg.

Eine glücklichere Hand hatten dieselben
Architekten beim Entwurf der Treppenanlage,
die der Schwarzenbergbrücke vorgelagert ist

ARCH. A. UND F. HEROLD-LEIPZIG

PORTAL UND VERWALTUNGSGEBÄUDE, INNENSEITE

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