Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 448
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ARCH. WEIDEN BACH U. TSC HAMM ER-LEIPZIG

ernst zu nehmen sind, liegen mit Ausnahme
des von Max Heidrich gebauten und eingerichteten
Hauses der Firmen Bernard Stadler
und A. Polich links vom Eingang, so daß weniges
) stens diese eine Seite der Allee ein einigermaßen
^ befriedigendes Bild für das Auge gibt.

Zunächst das Verwaltungsgebäude von A.
und F. Herold, Leipzig, mit seinem Säulendurchgang
in der Mitte, in dem nur die Giebelplastiken
auf der Außen- und Innenseite schon
manches Kopfschütteln wegen ihrer hypermonumentalen
Proportionen erregt haben, das
aber im übrigen sich ohne Prätensionen gibt
und den Eindruck eines nüchternen Zweckbaues
durchaus nicht umgehen will; doch wurde
auch hier viel mit historischen Reminiszenzen
gewirtschaftet.

Dem Eingang benachbart liegt das Haus des
österreichischen Staates, das außen wie innen
Ausstellungsarchitektur zeigt, wie sie sein
sollte, und auf den sächsisch-dorischen Säulenstil
verzichtet. Ebenso zurückhaltend wie das
Aeußere ist die Disposition der Innenräume
klar und übersichtlich. Mit Befriedigung kann
man feststellen, daß der Chefarchitekt Eduard
Zotter sich gleich fern hält von einer akademischen
Eintönigkeit, wie von dem anderen
Extrem, das sich mit dem Begriff der Wiener
Werkstättenrichtung deckt.

DAS HAUPT-CAFE DER BAUFACH-AUSSTELLUNG

In dem daneben stehenden Haus des sächsischen
Staates wiederholt sich der anscheinend
Mode gewordene Grundriß: ein Mittelbau mit
zwei vorspringenden Seitenflügeln, den auch
Oesterreich angenommen hat, nur daß in dem
sächsischen Haus wieder die dorische Säule
zu dem modernen Dach tritt, wahrscheinlich
um die Bodenständigkeit der offiziellen Baukunst
zu dokumentieren.

Die einzige reizvolle Anlage einer Sonderausstellung
ist das Dresdner Haus von Oswin
Hempel, das eine im Charakter der Dresdner
Moderne mit leisen Anklängen an die geschichtliche
Vergangenheit gestaltete Pavillon-Anlage
mit einem Vorgarten darstellt. Es erübrigt
sich hier, des näheren auf Einzelheiten
einzugehen, da eine ausführliche Würdigung
später folgen soll.

Zum Schluß noch einige Worte zu den übrigen
Abbildungen. Die von Wilhelm Kreis
entworfene Betonhalle ist als selbständige künstlerische
Leistung nicht anzusehen, um so mehr
muß man sie nach der technischen Seite hin
bewundern, weil sie für die Leistungsfähigkeiten
des Eisenbetons auf neue Möglichkeiten hinweist
, wenn sie auch an Kühnheit und Genialität
der Konstruktion sich mit ihrer gleichaltrigen
Breslauer Schwester nicht messen kann.

Das einzige originelle Bauwerk, das einen Er-

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