Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 475
(PDF, 180 MB)
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gende Um- )
Wandlung hat /
die Flächen- J

I

S

1

in der Hand,
die künstlerischen
Qualitäten
der klas-
sischenPerio-
de in der Gegenwart
neu
aufleben zu
lassen.

Der Weg
ins gepriesene
Land der

Vergangenheitwarleich
ter
zu finden
als der ins
Reich der Gegenwart
. Dort
eine sichere,
klar geführte
Straße mit

zahlreichen

deutlichen
Wegmarken,
hier ein weites
, von zahllosen
Fußspuren
durchzogenes Gelände,
über dem der Dunst und
Rauch der Maschinen liegt,
und das von dem Lärm
tausend streitender Stimmen
widerhallt. Nach zwei
Richtungen lösen sich die
neueren Erzeugnisse der
Meißner Manufaktur von
den früheren Stilversuchen
los. In der figürlichen Plastik
sehen wir eine Anzahl
von Typen auftauchen, die
aus dem Leben der Gegenwart
genommen sind, und
in denen versucht wird, den
eleganten und elastischen
Kontur, den Mode und
Sport der Erscheinung des
Gentlemans und der Dame
gegeben haben, nachzufühlen
. Daneben hat man der
Phantasie wieder einen
breiteren Raum vergönnt:
aus der Darstellung des unbekleideten
Körpers quellen
Kompositionen von einer
bizarren und sinnlich
stark bewegten Stimmung.
Die andere,heute am stärksten
in die Augen sprin-

ALFRED KONIG 13 JAPANER IM TEEHAUS □ BEMALUNG VON ADOLF VETTERS

THEODOR EICHLER □ NACH DEM BADE □ BEMALUNG
VON RUD. HENTSCH EL El AUSFÜHR.:
KGL. PORZELLAN-MANUFAKTUR, MEISZEN

Ornamentik
des besseren
Gebrauchs-
und Luxusgeschirrs
durchgemacht
. An
die Stelle einer
weichen,
flüssigen Linienführung
ist hier eine
Art der
Schmuckanordnung
getreten
, die mit
kräftigen und
leuchtenden
Flächen in
straffer linearer
Einkleidung
,mitgeometrisch
beherrschten
Mustern und
der vielfältigen Einordnung
von Glanzgoldornamenten
arbeitet. Die Spuren solches
Dekorationsstiles weisen
unleugbar nach Wien.
Die pikante Mischung von
Orientalismen und Elementen
slavischer Volkskunst
, wie sie in Wien nicht
nur für keramische Flächenmuster
, sondern ebenso
für textile und buchkünstlerische
beliebt ist,
hat sich dem stofflichen
Adel des echten Hartporzellans
nicht immer willig
vermählt. Wenn nicht alle
Zeichen trügen, wird diese
schnell geschlossene Ehe
nicht von ewiger Dauer
sein; an dem kecken Volke
aber, das dem jungen Bunde
entsprossen ist, mag man
immerhin seine Freude
haben.

In Paul Börners Arbeiten
ist die Noteder farbig
kultivierten Groteske am
lebendigsten ausgeprägt.
Die rothaarige Hosendame,
die aus ihrer Maske heraus

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60*


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