Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 476
(PDF, 180 MB)
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THEODOR EICHLER-MEISZEN □ AUFFORDERUNG ZUM TANZ 0 BEMALUNG VON RUDOLF HENTSCHEL

den putzig-verliebten Zwergharlekin in seinem
gelben Rock so lockend-spöttisch anblickt, ist
ein famoses Stück voll Esprit und als Komposition
ausgezeichnet zusammengehalten. Bei
einigen Schalen und Tellern fesselt die delikate
Durchbildung der karnevalistischen Szenen
und der Frauenköpfe, in deren so strengen
Zügen eine Schar der ausgelassensten Teufeleien
zu schlummern scheint. Die ornamentale
Bindung hat das Rein-
Graphische des Entwurfs
nicht immer ganz
überwunden. Dies gilt
auch von einer Anzahl
der Schöpfungen Wilhelm
Münchs. Der
hat sich in eine Traumwelt
von phantastischen
Wundervögeln
eingesponnen, die mit
gigantischenSchnäbeln
und endlos gerollten
Schwanzfedern sowohl
als freiplastische Wesen
wie im Rahmen
von ornamentalen Erfindungen
ihre grellen
Reize ausspielen. Von

ERICH HÖSEL □ JAPANISCHER CHIN (SCHARFFEUERFARBEN
) □ KGL. PORZELLAN-MANUFAKTUR, MEISZEN

Börner, dessen großer Weihnachtsmann zwar
eine geschlossene, aber allzu unübersichtliche
Gruppe bildet, wie von Münch stammen zahlreiche
Dosen, Gebäckbüchsen, Vasen und
Schalen, deren Dekoration oft überraschend
kühne und reizvolle farbige Kombinationen
enthält, bei denen aber die spröde Linie der
konstruktiven Form wie dem Materialcharakter
des, aus weichem, bildsamem Ton gebrannten

Scherbens nicht immer
entspricht. Von Theodor
Eichlers Arbeiten
geben wir den
schlichten und anmutig
gestellten Aktfiguren
den Vorzug vor
dem Tafelaufsatz „ Aufforderung
zum Tanz",
dessen Silhouette auf
die Entfernung zu wenig
Charakter besitzt.
Eine temperamentvolle
Flora von Emmerich
Ohler ist auch in der
farbigen Durchbildung
nicht völlig gelöst. Die
Tierplastik steht inMeißen
auf einer außer-

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