Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 480
(PDF, 180 MB)
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ARCH. KARL SURBER-AUGSBURG

GUT HOCHREUTE: BLICK VOM HERRENHAUS ZUM STALL

sonderer Berücksichtigung der vorherrschenden
Nordwestwinde gewählt, deren Wucht die
Nebengebäude im Verein mit einer das ganze
Anwesen umziehenden Mauer für das Herrenhaus
abschwächen sollen. Dadurch wird auch
für die Gartenanlagen eine geschützte Lage
erreicht.

Die Architektur der Gebäude bewegt sich
in schlichten, gut bürgerlichen, heimischen
Formen; auf Anwendung schmückender Details
ist weniger Wert gelegt als auf gute Massenwirkungen
und angenehme Verhältnisse der
Fenster- und Türöffnungen und ansprechende
Proportionen der Gliederungen. Die beigegebenen
Abbildungen machen eine nähere Beschreibung
des Aeußeren überflüssig.

Von Interesse dürfte es jedoch sein, zu erfahren
, daß die Gebäude in Terranova geputzt
und sämtlich an den Wetterseiten in Allgäuer
Art verschindelt sind; diese Vorsichtsmaßregel
ist wegen der Gewalt des anschlagenden Regens
getroffen und durchaus berechtigt. Zudem
nehmen in kurzer Zeit die kleinen Schindeln
eine reizvolle, silbergraue Farbe an, die in
keiner Weise von der Putzfarbe absticht. Zu
Abdeckungen ist nicht Weißblech genommen
und dann grün angestrichen, sondern überall
wurde Kupferblech verwendet, das schon zu

patinieren beginnt, entgegen der Annahme,
daß dies nur in säurehaltiger Luft möglich sei.

Der erfreuliche Eindruck der Außenseiten
der Gebäude wird noch verstärkt bei Besichtigung
ihres Inneren. Auch hier ist in erster
Linie alles auf die reineZweckmäßigkeit und die
Erfüllung der Raumbedürfnisse zugeschnitten.

Das Oekonomiegebäude zeigt eine vorbildliche
Anlage der Stallungen für Pferde, Kühe
und Stier, mit Ständen für die Aufzucht von
Jungvieh, Schweinen und Hühnern mit angemessenem
Auslauf, wobei dieneuesten Errungenschaften
und Erfahrungen im Bau von Stallanlagen
Anwendung gefunden haben, um wirklich
einen Musterstall zu errichten, zu dessen
Besichtigung die Viehzüchter aus der ganzen
Umgegend kommen. Für Reinlichkeit ist in
jeder Weise gesorgt und dadurch auch die
leidige Fliegenplage auf ein Minimum reduziert.
Durch die Anlage versenkter und geschickt
berechneter Kotrinnen ist vermieden, daß sich
die Kühe beim Liegen beschmutzen. Die Futteraufnahme
ist für jedes Tier geregelt durch
die „Holländer Anlage", bei der es durch ein
verschiebbares Gitter aus Holzstäben nur zur
Fütterungszeit zu dem Trog gelangen kann.
Zu all diesen Vorzügen kommt, daß der Stall
auch noch vollkommen trocken ist, was durch

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