Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 484
(PDF, 180 MB)
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I

ARCH. KARL SURBER □ DIELE IM HERRENHAUS

eine sinngemäße Lüftung im Verein mit der
isolierenden Doppeldecke aus Hourdis und
Eisenbeton erreicht wird. Eine Treppe vom
Hof und eine Auffahrt an der Nordseite führen
zu der Tenne mit den Heuschobern; ein ausgezeichneter
Dachstuhl ermöglicht eine weitgehende
Ausnutzung dieses riesigen Raumes.

Der Grundriß des Dienstwohngebäudes entspricht
den hierfür üblichen Normen; das Erdgeschoß
bezog der Gutsverwalter, das Obergeschoß
enthält die Gesindezimmer, lauter
helle freundliche Räume, deren bescheidene
Einrichtung vollauf den Bedürfnissen ihrer Inwohner
genügt. Die anstoßenden Nebenräume
mit der vorgelagerten offenen Halle sind nicht
nur in guten Größenverhältnissen berechnet,
sondern bilden ein reizvolles Motiv in der Wirkung
der Hofanlage.

Die Münchner Hofmöbelfabrik M. Ballin besorgte
die Ausstattung des Herrenhauses. Damit
ist schon gesagt, daß diese Räume ein gutes
Bild unserer modernen Wohnungskunst bieten.
Ueber einige Stufen gelangt man von der Vorfahrt
an der Nordseite durch eine schwere,
gedoppelte Eichenholztüre in einen Windfang

AUSFÜHRUNG:M. BALLIN, H OFMOBEL FABRIK, MÜNCHEN

und von diesem in die Diele. Die Wände sind
mit geblasener Fichte und Zirbelholzfüllungen
bis über Mannshöhe verkleidet, darüber sitzen
auf der weißen Wand einige Geweihe, Jagdtrophäen
des Besitzers. Ein kleiner Wand-
brunnen plätschert aus blauen Kacheln in die
warme Stille. Ein grüner Buschen in einem
gelbgrauen Fayencekrug, eine bunte Decke auf
dem Tisch im Treppenwinkel, ein paar bunte
Kissen auf der Bank werfen diskrete farbige
Lichter in die braungraue Stimmung der Diele.

Das Herrenzimmer überrascht anfangs durch
die große Anzahl von Geweihen an den Wänden
; man muß selbst Jäger sein, um die Freude
des Besitzers solcher Jagderinnerungen würdigen
zu können. Die Ausstattung dieses Raumes
in warmbrauner Eiche mit dem Marmorkamin
, den roten Klubsesseln davor, dem freistehenden
großen Schreibtisch, mit manchem
hübschen Ziergerät, Plastiken, bunten Büchern
ist so „stilgerecht" wie nur möglich, selbst
die etwas ungewohnten wertvollen Perserteppiche
fügen sich in den behaglichen Raum. So
ernst und würdevoll dieses Herrenzimmer, so
anmutig die Räume des nebenan liegenden

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