Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 534
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THEODOR SCHMUZ-BAUDISZ

Friedrich des Großen, der Gemahlin des Erbstatthalters
von Oranien, der Großfürstin Maria
Feodorowna und den Biskuitbüsten Voltaires
und d'Argens'.

Viel schlimmer lagen die Dinge schon gegen
Ende des ersten Jahrhunderts der Berliner
Manufaktur. Jetzt war der ganze Dekorationsschwindel
einer falsch verstandenen Renaissance
im vollsten Gange. An die Stelle von
Watteau traten als Vorlagen für die breit und
ungraziös ausgeführte Malerei Raffael und Tizian.
Die dekorativen Renaissancerahmen standen
in gar keiner Beziehung mehr zu der Form.
Und es war nur möglich, diese groben Fehler
durch den äußeren Erfolg der Manufaktur in
den Jahren vor ihrem ersten großen Jubiläum
zu widerlegen, wie es der Biograph Kolbe tut.
Man will keine Porzellanmalerei mehr, sondern
Gemälde geben
und entschuldigt
jede Unzulänglichkeit
durch
solche vermeintlich
größere Absicht
.

Die Kritik Sempers
, die hier
scharf einsetzte
und zum erstenmal
auch in
Deutschland für
die Keramik eine
innere Vereinigung
von Form
und Material fordert
, war noch
für lange Zeit
in den Wind
gesprochen und

THEODOR SCHMUZ-BAUDISZ CABARET ZUM CERES-SERVICE

Ausführung-: Kgl. Porzellan-Manufaktur, Berlin

JAGDBOWLE UND SAUCIERE

ringt uns als eine so frühzeitige Warnung
gegen Stillosigkeiten, die wir selbst noch fast
entdeckt zu haben glauben, um so größere
Bewunderung ab.

Es war nötig, im großen die Stilgeschichte
der Berliner Manufaktur anzudeuten, wenn man
die Absichten recht würdigen will, die mit dem
jetzigen Direktor Professor Theodor Schmuz-
Baudisz sich auch in ein preußisch königliches
Institut Eingang verschafft haben. An technischen
Fertigkeiten war kein Mangel, es handelte
sich vielmehr darum, sie künstlerisch zu
verwerten. Man muß zugeben, daß dies in einem
ganz besonderen Maße gelungen ist. Vom dekorativen
Sinn des malerischen Schmuckes
ausgehend, wurde ein neues zur Stilisierung
drängendes Ueben vor den Objekten der Natur
gepflegt. Es galt auf impressionistischem Wege

und mit japanischer
Vereinfachung
von Farbe
und Linie die
Natur gesteigert
wirklich abzumalen
und die
Motive unserem
empfindsamen
Geschmack anzupassen
. Noch
wichtiger aber
wurde, daß die
Berliner unter
Schmuz-Baudiß
die Malerei der
Unterglasur von
der über die
Glasur auch stilistisch
unterscheidenlernten
.

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