Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 537
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ARCH. HANS POELZIG-BRESLAU

HAUPTEINGANG ZUM AUSSTELLUNGSGELÄNDE

DIE ARCHITEKTUR DER JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG

IN BRESLAU

Die Jahrhundertfeier der Befreiungskriege
hat die Stadt Breslau im Rahmen einer
vorzüglich vorbereiteten kulturhistorischen Ausstellung
begangen, die nach Inhalt und Form
wie selten ein ähnliches Unternehmen der ernsten
Bedeutung des Anlasses gerecht zu werden
vermag, und die zugleich, durch Heranziehung
der bildenden Künste, zu einer das Ansehen
der schlesischen Hauptstadt würdig repräsentierenden
Veranstaltung geworden ist. Der
architektonische Rahmen namentlich, den die
Breslauer Architekten dieser Jahrhundertausstellung
geschaffen haben, ist so bedeutend,
daß in baukünstlerischer Hinsicht die Leipziger
Baufach-Ausstellung dieses Jahres, die ihren
Zweck schon mit ihrem Titel deutlich genug
zu erkennen gibt, und wo demnach besondere
architektonische Leistungen zu erwarten gewesen
wären, von der Breslauer Konkurrentin
bei weitem übertroffen wird. In wahrhaft großgearteter
Kunstgesinnung hat die Stadt selbst
die Erinnerungsfeier ihrer ruhmreichen Zeit
zum Anlaß genommen, um als Bauherrin großen
Stils auf den Plan zu treten. Das Jubiläumsjahr
sieht die Vollendung der Jahrhunderthalle,
eines gigantischen Bauwerks, das von der Stadt
mit einem Kostenaufwand von 2V2 Millionen
Mark als dauernde Versammlungs- und Ausstellungshalle
nach einem Entwurf des Stadtbaurats
Berg errichtet wurde, und das in seinen

ungeheuren, bisher nirgends erreichten Abmessungen
ein kühnes Denkmal kommunalen
Unternehmungsgeistes geworden ist. Damit
nicht genug, hat die Stadt auch das Gebäude
der kulturhistorischen Ausstellung als Massivbau
ausführen lassen, in der Absicht, das
architektonisch wertvolle Haus zu erhalten und
als Ausstellungsgebäude weiter zu verwerten.

Mit diesen beiden Monumentalbauten waren
dem Ausstellungsterrain von vornherein feste
Achsen geschaffen, und es waren damit zugleich
auch für den Charakter der übrigen
Ausstellungsarchitektur bestimmende Richtlinien
gegeben. Zum Ruhme Hans Poelzigs,
des leitenden Architekten der Breslauer Jahrhundert
-Ausstellung, muß es gesagt werden, daß
er für seinen Gesamtplan die vorhandenen Bedingungen
klug zu nutzen wußte und auf der
gegebenen Basis eine großzügige Anlage von
eindrucksvoller Monumentalität entwickelt hat.

Die Jahrhunderthalle mußte, nach ihrer Bestimmung
und auch durch ihren absoluten
Maßstab, den architektonischen Mittelpunkt
des Ausstellungsplanes bilden. Ihre Lage,
abhängig von Rücksichten, die sich auf das
künftige Wachstum der Stadt und auf die spätere
Gestaltung des Bebauungsplanes beziehen, war
bereits bestimmt, ehe mit dem Ausstellungsprojekt
noch begonnen war. Ob die städtebauliche
Situation der Jahrhunderthalle besonders

Dekorative Kunst. XVI. 12. September 1913

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