Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 538
(PDF, 180 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0630
ARCH. HANS POELZIG-BRESLAU

glücklich gewählt ist, bleibe dahingestellt. Das
monumentale Bauwerk liegt zu Seiten und mit
seiner Hauptachse parallel zu einer durchgehenden
Verkehrsader, so daß es ihm noch an
einer dominierenden Achsenbeziehung zur Stadteinheit
gebricht. Im Aufteilungsplan des Ausstellungsgeländes
ist die Jahrhunderthalle als
Schnittpunkt zweier senkrecht aufeinanderstellenden
Grundlinien angenommen worden.
Ihrem der Stadt zugewendeten Haupteingang
ist ein monumentaler Tiefenplatz vorgelagert,
der an den beiden Breitseiten je von den
langgestreckten Fronten des Gebäudes der
historischen Ausstellung und des Hauses für den
Künstlerbund Schlesien, beide nach Poelzigs
Plänen ausgeführt, begrenzt wird. Nach vorn ist
der Platz durch den weitgespannten, elliptischen
Torbogen des Haupteingangs geschlossen, der
als architektonischer Rahmen den Ausblick
auf die Jahrhunderthalle umgrenzt. (Abb. S. 537.)
Hinter der Jahrhunderthalle liegt ein zweiter,
kleinerer Schmuckplatz mit vertieften Gartenanlagen
, der nach der Tiefe hin durch die nach
einem Entwurf Poelzigs errichtete Gartenkunst-
und Verkehrshalle abgeschlossen wird, welche
mit dem Weinrestaurant Rheingold und den Vortrags
- und Kongreßsälen zu einem einheitlichen
Gebäudekomplex verbunden ist. (Abb. S. 543.)

Eindringlicher sind die gesteigerten Maßstabverhältnisse
der Jahrhunderthalle noch in der
Entwicklung der zweiten Hauptachse des Ausstellungsgeländes
von Poelzig zur Darstellung

GEBAUDE DER HISTORISCHEN AUSSTELLUNG

gebracht worden. Dank dem opferwilligen
Sinn der Bauherrin hat der Architekt hier
seine Neigung zu monumentaler Weiträumigkeit
uneingeschränkt und nirgends gehemmt von
kleinlichen Rücksichten der Sparsamkeit zum
Ausdruck bringen können. Poelzig hat die Jahrhunderthalle
in Richtung ihrer Querachse mit
einem langgestreckten Oval umzogen, dessen
südliche Hälfte für die Kleinbauten des Vergnügungsparks
reserviert blieb, der durch die
schon erwähnte, von zwei Fußgängerbrücken
überspannte Verkehrsstraße des Grüneicher
Wegs von dem Ausstellungsgelände abgetrennt
und in eine wohltuend abseitige Lage gebracht
worden ist, und dessen nördliche Hälfte sehr
geschickt zur Anlage eines künstlichen Wasserbeckens
benutzt wurde. Indem so die weite
Fläche eines künstlichen Sees zwischen Bauwerk
und Betrachter geschoben wird, ist die
durch den absoluten Maßstab der Ausstellungsbauten
geforderte Distanz der Standpunkte überall
gewährleistet, und es präsentieren sich die
Architekturen, dank solcher vorbedachten Plangestaltung
, stets in der ihrer räumlichen Erscheinung
günstigsten Entfernung.

Um den weitgeöffneten Raum dann wieder
gegen die Umgebung zu begrenzen, ihn für
die Anschauung überhaupt wirksam zu machen,
war ein architektonischer Rahmen erforderlich,
der das Ausstellungsgelände gegen den Scheitniger
Park hin in klaren Grenzlinien abschließen
konnte. Diese Absicht erreichte Poelzig durch

53S


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0630