Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 28. Band.1913
Seite: 550
(PDF, 180 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0646
MAX HEIDRICH-PADERBORN SPEISEZIMMER IM HAUS POLICH-STADLER (vgl. s. 551)

Ausführung in grau-schwarzer Eiche: Werkstätten Bernard Stadler, Paderborn; des Parketts: Otto Hetzer & Co., Weimar

und einem Sockel aus „bleu beige". Die von
der Diele einspringende Kaminnische hat einen
Belag aus „Jaune de Sienne"; der Kamin
selbst besteht aus einem grauen Marmor. Diese
neutralen, etwas kühlen Farben mildern sich
durch die farbigen Akzente des Teppichs mit
grüngemustertem Mittelstück und rotgemustertem
Randund der gelbseidenen Möbelbezüge mit
ihrem grün und roten Muster. So sehr mir
die Farbigkeit bis dahin ansprechend erscheint,
so wenig geschickt scheint mir die Wahl von
Paduck für den Tisch und die Sessel, auch
die schwarzgeaderte Marmortischplatte verleiht
dem Räume etwas unmotiviert Schweres, das
so gar nicht zu den hellgestimmten übrigen
Einrichtungsstücken paßt.

Wendet man sich von dem Eingangsraum
nach links, so betritt man zuerst das Herrenzimmer
, über dessen Raumdisposition, die beneidenswert
einfach und anziehend ist, die Abbildungen
ausreichend orientieren (Abb.S.548/9).
Das gesamte Mobiliar und die Nischenverkleidung
ist aus Rio-Palisander. Am Schreibtisch
kommt eine Liebhaberei Heidrichs in der
Abrundung der Flächen zum Ausdruck, wie
er es ja überhaupt vermeidet, seinen Möbeln
scharfe Kanten oder spitze Ecken zu geben.
Dieselbe Neigung abzurunden und die Vorliebe
für schwingende und fließende Linien zeigt
sich auch am Tische und bei den Sitzmöbeln,
die mit schwarzem Rindleder bezogen sind.
Das Sprossenwerk an Bücher- und Zierschränken
ist stets eine schwierige Angelegenheit.
Solange die Bücherbretter, wie hier, die Schnittpunkte
der Sprossen in gleichmäßigen Abständen
schneiden, wird man sie nicht als störende
horizontale Unterbrechungen der Senkrechten
oder der Rauten empfinden. Sobald aber durch
die einzustellenden Bücher eine Verschiebung
der vom Künstler angegebenen Anordnung
notwendig wird, liegt die Gefahr nahe, daß
durch die dann eintretende Verlegung der
Schnittpunkte eine empfindliche Unruhe in
den horizontalen Linien eintritt, wenn man
nicht durch Vorhänge diese Störungen beseitigt.
Die ernste Stimmung, die durch diese dunkle

550


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_28_1913/0646