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PAUL BURCK
HEUERNTE (RADIERUNG)
Winterausstellung der Münchner Secession
DIE WINTERAUSSTELLUNG DER MÜNCHNER SECESSION
Von M. K. Rohe
Die heurige Ausstellung zeigt ein Abgehen
von der Gepflogenheit, die winterliche
Revue dazu zu benutzen, einen Gesamtüberblick
über das Schaffen eines oder auch von
ein paar der älteren Mitglieder und Meister
zu geben. Dieser Brauch ist kein rein willkürlicher
, sondern entspringt verschiedenerlei
Gründen und so muß jedesmal ein besonderer
Anlaß vorliegen, wenn man sich dazu versteht
, von der Regel eine Ausnahme zu machen.
Heuer nun hat sich die Pflicht aufgedrängt,
auch die graphischen Künstler der Secession
einmal in selbständigerer und ausgiebigerer
Weise zu Worte kommen zu lassen, als es
gemeinhin hier der Fall zu sein pflegt.
Wer an der Graphik Interesse nimmt, der
hat es wohl überhaupt schon des öfteren bedauert
, daß man in München nur so ganz
selten umfangreichere Spezialausstellungen davon
vor Augen bekommt. Denn schon aus den
zerstreuten Darbietungen dieses oder jenes
Salons, oder einiger größerer Buchhandlungen,
die sich mit der Sache befassen, läßt sich ersehen
, daß gerade auf diesem Gebiete heute
das Niveau ein sehr hohes ist und ich bin
überzeugt, würde man einmal eine systematische
Darstellung der neueren Graphik versuchen
, so würde das nicht nur zu neuen
und gewichtigen Eindrücken führen, sondern
auch das Entwicklungsbild der modernen Kunst
in ganz unerwarteter Weise bereichern.
Die einzige Veranstaltung, die sich in München
bis jetzt planmäßiger auch der graphischen
Produktion unserer Tage angenommen
hat, ist eigentlich nur die Jahresausstellung im
Glaspalast. Dort treten wenigstens geschlossene
Graphiker-Korporationen in Erscheinung. Aber
die Graphik als solche ist auch da in einer
mißlichen Lage, denn sie hat die Konkurrenz
von Malerei und Plastik zu bestehen und zieht,
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