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SIEQFRID-DOLMEN *
H. HAHN
ENTWURF „SIEGFRIED-DOLMEN" ZUM BISMARCK-NATIONALDENKMAL (1910)
AUS DEN FAMILIENBRIEFEN VON KARL STAUFFER-BERN
Nach einer ersten verkürzten Veröffentlichung
in den „Süddeutschen Monatsheften
" liegen die Familienbriefe Stauffers nunmehr
von U. W. Züricher herausgegeben in
einer stattlichen Buchausgabe
des Inselverlages
vor.*) Der erste Brief
stammt aus dem Jahre
1867, der letzte von 1890;
die Sammlung umfaßt also
Stauffers Lebensgang
von der Münchener Lehrzeit
an bis zum katastrophalen
Abschluß. Niemand
wird diese Briefe,
die neben Otto Brahms
grundlegender Biographie
die wichtigste Quelle
für die Kenntnis Stauffers
als Mensch und Künstler
darstellen, ohne tieferes
Mitgefühl für den unglücklichen
Künstler aus
der Hand legen. Dem
Bande vorangestellt ist
die von der Mutter Stauffers
im Jahre 1891 unter
dem Titel „Einige Notizen
über Karl Stauffer"
*) Familienbriefe und Gedichte
von Karl Stauffer-Bern. Herausgegeben
von U. W. Züricher. Leipzig
1914, Inselverlag. Gebunden
in Leinwand 6 M., in Leder 8 M.
H. HAHN
verfaßte Biographie, den Schluß des Bandes
bilden die Gedichte Stauffers. Wir entnehmen
dem Bande einige der Briefe, die sich durch
besonders frische, manchmal sogar recht ergötzliche
Darstellungsweise
auszeichnen.
München, 12. Sept. 1878
Liebe Mama!
Du mußt beim Abfassen
Deines letzten Briefes
etwas erregt gewesen
sein; denn als Geburtstagsepistel
ist er etwas
zu besorgt. Dein lieber
Sohn, an dem „ich" Wohlgefallen
habe, macht sich
trotz Deiner Ahnungen
ganz gut. Ich glaube, Du
hast Dir im Traum oder
so fest eingebildet, es
könnte mir gegangen
sein, wie dem guten Melchior
, daß ich ohne mütterliche
Aufsicht und
Pflege von dem engen
Pfade der Tugend, auf
dem es übrigens sehr
schwer gehen sein soll,
abgewichen und auf der
breiten Straße der „Schulmädchen
Verführungsversuche
" und sonstigen
ENTWURF ZUM SIEGFRIED
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