http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_29_1914/0413
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OTTO BAURIEDL
GARDASEE
Bäume usw.? Man könnte fast sagen, das
seien die Urthemata der Landschaftsmalerei.
Und doch: schon die kleinsten Auffassungsunterschiede
bewirken, daß wir sie immer
zum ersten Male dargestellt zu sehen meinen;
um wie viel mehr nun erst dann, wenn einer
sie mit eigenen Augen ansieht und uns diesen
seinen Eindruck auch restlos-treu vermitteln
kann!
So ein Künstler, der uns fortwährend die
alltäglichsten Dinge von der Welt neu erleben
läßt und uns mit einem Naturabbild
beschenkt, das, zugleich subjektiv und objektiv
gesehen, von seinem Schöpfer fast nicht weniger
verrät wie von der Natur selbst, ist
Otto Bauriedl. Von Geburt ein Münchener
und in seinem ganzen Wesen, mit der Klarheit
des Blickes, seinem Sinn für die Wirklichkeit
und seiner lebenbejahenden Fröhlichkeit
der typische Oberbayer, gibt er wohl in
einem bestimmten Sinne auch das, was man
Heimatkunst nennt. Aber er ist durchaus
nicht auf dieses Schlagwort festzulegen. Bauriedls
Kunst strebt, bei all seiner Liebe zu
den traulichen Winkeln der engeren und weiteren
Heimat, doch zum Typischen, zur Landschaft
schlechthin, die nur mehr in zweiter
oder dritter Linie Porträt, in erster Linie aber
ein „Stück Natur, gesehen durch ein Temperament
" sein will. Ihr Ausgangspunkt ist die
Zeichnung, die zeichnerische Form. Sie ist
der starke Knochenbau, der den Körper dieser
Kunst zusammenhält und der Farbe zum Traggerüst
dient. Diese Farbe aber ist von einer
Frische und einem Glanz und so ganz durchtränkt
von Licht, wie man das nicht oft findet,
besonders nicht bei Arbeiten in der Technik
(Wasserfarbentempera), die Bauriedl für seine
kleineren Bilder fast ausschließlich anwendet.
Neuerdings ist er mit Energie auch zur Oel-
farbe und zu größeren Formaten übergegangen
und es ist sehr reizvoll, zu beobachten, wie
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