Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 29. Band.1914
Seite: 401
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s. l. wenban

strohhütte

SION LONGLEY WENBAN

Von G. J. Wolf

1878. Ein junger Amerikaner reist auf gut
Glück über das große Wasser und nach München,
um in dieser vielgerühmten Stadt die Kunst
zu üben und der Kunst zu leben. Sein frohes,
frisches Künstlertum faßt rasch Wurzel. Die
Natur der bayerischen Hochebene sagt ihm
außerordentlich zu. Ein geborener Landschafter,
erkennt er alsbald die mannigfaltigen Reize der
näheren und weiteren Umgebung Münchens.
Mit flottem, breitem Pinsel und mit zärtlicher
Radiernadel schafft er diese Reize nach, übersetzt
sie in die Sprache seiner Kunst. Es gelingen
ihm Werke, die ihn in eine Reihe setzen
mit den besten Intimisten der Münchner Landschaft
, mit Schleich, Lier, Wenglein, Stäbli,
Fröhlicher. Aber nur einige Künstler wissen
die Arbeiten des Amerikaners zu schätzen. Den
Käufern und Händlern bleibt er der Fremde
ohne „Name". Er muß mit seinen Bildern und
Pastellen hausieren gehen. „Ich war in der letzten
Woche bei allen namhaften Kunsthändlern",
schreibt er seinem Bruder, „um ihnen ein paar
meiner kleinen Pastellbilder zu zeigen und wenigstens
ein paar Mark für sie herauszuschlagen,
aber sie haben alle eine so verbindliche Art,
„nein" zu sagen. Ich bot sie ihnen zu so lächerlich
billigem Preise an, daß ich mich nachher
schämte, nur 25 Mark für das Stück, wenn ich

i s. l. wenban der feldweg

Die Kunst für Alle XXIX.

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