Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 29. Band.1914
Seite: 465
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MAX LIEBERMANN

DREI SPANIELS

Ausstellung der Freien Secession, Berlin

DIE AUSSTELLUNG DER FREIEN SECESSION IN BERLIN

«4.

Von K. Zoege von Manteuffel

Als vor fünfzehn Jahren die erste Ausstellung
der „Secession" eröffnet wurde, war das
ein Ereignis für die Kunstwelt Berlins. Es trat
damals ein neuer Faktor in das Ausstellungswesen
ein. Eine geschlossene Gruppe gleich-
gesinnter Künstler trennte sich von der großen
Menge, um ihre Ziele nachdrücklicher verfolgen
zu können. Aehnliche Gründe führten vor
einigen Jahren zur Begründung der „Neuen
Secession". Allerdings blieb hier der Erfolg
aus, weil sich einige der tüchtigsten Mitglieder
sehr bald wieder der Secession zuwandten.
Aber auch diese Abspaltung entsprang einem
Gegensatz der Kunstanschauungen. Die Jungen
hatten sich so weit von ihren älteren Genossen
entfernt, daß sie sich von ihnen nicht mehr
verstanden glauben konnten. Anders steht es
mit der neuesten Trennung der alten „Secession
" in eine „Secession" und eine „Freie Secession
", durch die die Zahl dieser Ausstellungen
auf drei anwächst. Die „Secession" ist
noch nicht hervorgetreten, so daß man sich
kein Urteil über ihre Ziele bilden kann; die
Namen ihrer Mitglieder lassen aber vermuten,

daß sie schwerlich eine neue Richtung repräsentieren
wird. Was die „Freie Secession" bedeutet
, kann ihre Ausstellung, die in dem alten
Gebäude am Kurfürstendamm stattfindet, lehren.

Wer im vorigen Winter von den Kämpfen
hörte, die schließlich zur Begründung der
„Freien Secession" führten, der hörte auch
immer wieder, daß es sich nur um Personalstreitigkeiten
und um wirtschaftliche Fragen
handele. Mancher mag aber wohl vermutet
haben, daß daneben wieder ein Streit künstlerischer
Meinungen laufe und daß endlich die
„Freie Secession" mit einem entschiedenen und
neuen Programm hervortreten werde. Um es
aber gleich vorweg zu sagen: ein neues Programm
verrät die Ausstellung nicht. Nur der
Name und das Plakat — ein Baumstumpf, der
ein frisches Reis treibt — erwecken den Anschein
, als wachse hier ein neues Leben hervor
. Im übrigen wirkt die ganze Veranstaltung
als eine Fortsetzung der Secession, deren Mitglieder
auch zum größeren Teil, und zwar
jüngere wie ältere, wieder erscheinen. Durch
die Spaltung sind die Kräfte zersplittert, nicht

Die Kunst für Alle XXIX.

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