http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_29_1914/0613
C. STRATHMANN
PFAU
die das blutende Haupt des Täufers aus der
dargehaltenen Schale hebt (Abb. Jahrg. 1903/4,
S. 569), der von Zeus geliebten „Danae" im
Goldregen (Abb. Jahrg. 1908/9, geg. S. 441) und
der von Python begehrten karthagischen Heldin
„Salambo" aus Flauberts gewaltigstem aller
geschichtlichen Romane. Die gleiche bestechende
Juwelentechnik fügte Perlen, Rosen
und Ranken in verstricktem Linienspiel um
und neben den schimmernden Leib der wahrhaft
königlichen „Schlangenbraut" (Abb. S.507),
die, wie beschwörend vor dem sich reckenden
, emporzüngelnden Liebhaber steht. Die
Sternennacht, der Weihrauch, der aus zwei
Opferschalen steigt, erhöhen die Mystik dieser
Phantasie. Strathmann in den Fußstapfen eines
Dante Gabriel Rossetti! Und noch eine ganze
Reihe weiterer Gemälde — so die personifizierte
„Eitelkeit" (Abb. S. 515) — behandelt
Strathmanns Lieblingsproblem: flächenhafte
weiche Körperlichkeit in reichster Umrankung
von Perlen und Blumen und in der Fülle linearen
und mosaizierten dekorativen Schmucks,
bei milden und doch bunt leuchtenden Farben,
C. STRATHMANN ROSEN
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