Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 29. Band.1914
Seite: 518
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1
I

JULIUS HESS

BLANCHE

Aasstellung der Neuen Münchner Secession

Aufschwung des Münchner Kunstlebens auch
durchaus zu rechtfertigen. Da einen die Erfahrungen
der letzten Jahre jedoch etwas skeptisch
gestimmt haben, scheint es mir nicht unangebracht
, wenn man den guten Wünschen, die
man dem neuen Unternehmen entgegenbringt,
gleich auch einige kritische Bemerkungen zufügt
, die dazu dienen sollen, das neue Unternehmen
vor dem Umhersteuern im Nebel zu
bewahren, das für die meisten Neugründungen
der letzten Jahre so verhängnisvoll war.

Vor allem muß man die Neue Secession
davor warnen, nicht wie es vorderhand noch
zu sehr den Anschein hat, sich dabei zu begnügen
, nur ein Sammelplatz moderner Elemente
sein zu wollen, ohne strengste Sichtung
in bezug auf Qualität und Zielstrebigkeit. Wir

stehen heute nicht mehr in den ersten Anfängen
der modernen Bewegung; sie liegen immerhin
schon etwas zurück und für den Sehenden
beginnen sich heute schon die Wege zu klären,
auf denen es allein vorwärtsgehen kann. Gesinnungstüchtigkeit
allein tut es da nicht mehr,
und wenn man wirklich Ernst machen will mit
einer neuen „Vergeistigung" der Kunst, so darf
man sich nicht lediglich bei formalistischen
Uebungen bescheiden, sondern muß erneute
Durchgeistigung der ganzen künstlerischen Persönlichkeit
fordern. Hierin sehe ich trotz großen
formalen Errungenschaften das Elend der Kunst
von heute: daß man ihr zu sehr von außen beizukommen
sucht, statt von innen, und ein zu
ausschließliches Vergnügen an dem „pleasant
parlor game" des reinen Formerlebens findet,

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