Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 29. Band.1914
Seite: 552
(PDF, 175 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_29_1914/0659
Der unvermeidliche retrospektive Saal umfaßt
diesmal Gemälde aus der Zeit Kaiser
Wilhelms I. in guter und lehrreicher Auswahl,
Vorbilder handwerklicher Solidität und künstlerischer
Disziplin, die in dieser Umgebung
nur nutzbringend wirken können.

Schließlich noch ein paar Worte über die
Plastik, deren Besichtigung sich wesentlich
aufregender gestaltet, als die der Malerei. Sie
läßt in jeder Hinsicht zu wünschen übrig, und
man hat wirklich Mühe, ein Dutzend einwandfreier
Arbeiten zusammenzubringen. Am erträglichsten
mutet noch die Kleinskulptur kunstgewerblicher
Richtung an, schlimmer steht es
dagegen um die Architekturplastik, unter der
zum Teil ganz jämmerliche Leistungen auftauchen
und auch im Statuarischen ist das
Niveau beschämend niedrig. Bezner, der
eine gut modellierte Badende (Abb. geg. S. 544)
und die vom Pariser Salon aus politischen
Gründen abgelehnte Porträtbüste des Kaisers
ausgestellt hat, wird an erster Stelle zu nennen
sein; eine respektable Leistung ist auch der geschickt
antikisierende Torso einer Bacchantin
von Seeger; außerdem wird man noch einige
andere talentvolle Arbeiten herausfinden wie z.B.
den großen Brunnen von Morin (Abb. S. 541).

PERSONALNACHRieHTEN

BERLIN. In Tegel'bei Berlin ist in der Nacht
vom 22. zum 23. Juli der bedeutende Radierer
Professor karl Köpping im Alter von 66 Jahren
gestorben. Geboren 24. Juni 1848 in Dresden, studierte
er die Malerei und Radierkunst, der er sich
dann ausschließlich widmete, in München und Paris.
Herbst 1889 übernahm Köpping die Leitung des
Meisterateliers für Kupferstich an der Berliner
Akademie, dem er also fast 25 Jahre vorstand.
Sein größter Ruhmestitel sind die Uebertragungen
der Rembrandtschen Gemälde in Schwarz-Weiß.
Auch Hals, dann von neueren Meistern Gains-
borough, Munkaczy hat er mit Glück nachgebildet.
In späteren Jahren hat er auch des öfteren auf Ausstellungen
Originalarbeiten gezeigt, bei welchen
ihm der Erfolg allerdings weniger treu blieb.

DRESDEN. In einer Heilanstalt bei Dresden
ist vor kurzem der Dresdner Maler Arthur
Bendrat gestorben. Er war am 22. April 1872 in
Danzig geboren. Schüler von Gotthard Kuehl,
stellte er seit 1905 regelmäßig in Dresden, Berlin,
München usw. aus. Die Motive zu seinen Gemälden
und zu seinen wirksamen Lithographien entnahm
er mit Vorliebe seiner Heimat: Die Stadt Danzig
mit ihren imposanten Bauwerken schilderte er in
immer neuen, oft durch den gewählten Blickpunkt
überraschenden Bildern, deren Technik den wirkungsvollen
Impressionismus der Schule Kuehls
aufwies. Im Sächsischen Ständehaus zu Dresden
befindet sich seine letzte größere Arbeit: ein Gemälde
der Stadt Meißen; vier Fresken malte er für das
Bielssche Stift auf Obernitz a. S.

ERNST LÜBBERT

KARNEVAL

Große Berliner Kunstausstellung

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