Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 53
(PDF, 184 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0077
MICHAEL POWOLNY TÄNZERIN
Ausführung: Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik G.m. b. H., Gmunden (Ober-Oesterreich)

DIE „VEREINIGTE WIENER UND GMUNDNER KERAMIK"
UND IHRE NEUESTEN ARBEITEN

Unter den österreichischen keramischen
Werkstätten rein künstlerischen Charakters
waren es vornehmlich zwei, welche in
den letzten Jahren nicht nur die Aufmerksamkeit
der Kenner erregten, sondern auch im
breiten Publikum Erfolge zu verzeichnen hatten.
Die eine stand unter der Leitung Michael
Powolnys, eines geborenen Keramikers (und
seit kurzem Professors am K. K. Oesterreichischen
Museum in Wien), hatte ihren Sitz in
Wien und war kaufmännisch der,,Wiener Werkstätte
" angegliedert; an Powolnys Seite stand
als unermüdlicher Anreger und tätigster Mitarbeiter
Professor Berthold Löffler. Die
aparten Modelle der beiden setzten sich rasch
durch und fanden weite Verbreitung und —
Nachahmung. Etwas von der Anmut des Altwiener
Porzellans schien in diesen buntglasierten
Majolikafiguren und -Gefäßen wiedererstan-
i den, nur daß die geschlossenere, rundere, „pla-
l stischere" Form sowohl dem Wesen des ver-
1 änderten Materials als auch dem modernen -

[ Geschmack angepaßt war. Sehr populär wurden *) Vgl. Maiheft 1910, Seite 264.

I _ _IC)

bald die verschiedenen „Krinolinen", die ja tatsächlich
eine hervorragend dekorative „Grundform
" haben, mit ihren farbensatten Glasuren:
Frühling, Sommer, Herbst und Winter, alle
durch Reifrockdamen mit Schäfer- oder „Gugu"-
Hüten repräsentiert, der Winter durch eine scharmant
bewegte Schlittschuhläuferin. Powolnys
„Goethe" ist die beste kleinplastische Darstellung
des Dichters, die wir besitzen; sie
zeigt ihn als alten Herrn, barhaupt, mit den
Händen im Rücken und in langem Gehrock
gemütlich durch die Gassen Weimars gehend,
den beobachtenden Kopf seitwärts gewandt:
so wie ihn Carlyle in der berühmten, leise
karikaturistischen Zeichnung festgehalten hat*).
Auf Powolny geht auch der graziös in der
Silhouette komponierte „Schneckenreiter",
gehen die liebenswürdig-täppischen Putten
zurück, die sich mit Früchten, farbigen Kränzen
und überfließenden Füllhörnern abschleppen,
so daß an den elfenbeinweißen nackten Kinder-

53


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0077