Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 171
(PDF, 184 MB)
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WALTHER GEORGI
KARLSRUHE

Kirchenwand mitbestimmend. Gelb ist im
Bild viel enthalten und gibt im Brokatgewand
der Maria den Hauptklang in der farbigen
Komposition des Ganzen an.

Für die Beurteilung von Georgis künstlerischer
Leistung fällt besonders ins Gewicht,
daß er zum erstenmal vor eine derartige Aufgabe
gestellt war, und daß der modernen Kunst
auf diesem Gebiet überhaupt die eigene Tradition
fehlt. Um so mehr ist zu betonen, daß
der Künstler die naheliegende Anlehnung an
historische Vorbilder vermieden und ein durchaus
originelles, in der Komposition, wie in der
Charakteristik der auf Grund reicher Naturstudien
entworfenen Einzelgestalten selbständiges
Kunstwerk geschaffen hat. Auch im Stil
der Darstellung hält er sich von der Barock-

DECKENGEMÄLDE
DER ABTEIKIRCHE ZU
SANKT BLASIEN

maierei unabhängig. Namentlich vermeidet er
das bei den alten Kuppelmalern beliebte Kunststück
der perspektivischen Täuschung, den Blick
in den scheinbar wirklichen Raum. Der geschlossene
Flächencharakter der Wand ist gewahrt
. Damit hat er unzweifelhaft das dem
modernen Empfinden näher Liegende getroffen.
Dagegen wäre es für die Lösung des technischstilistischen
Problems wohl günstiger gewesen,
wenn das Bild für den Standpunkt des Beschauers
im Sinne der wagrechten Kreisfläche
allseitig und nicht auf eine Achse gerichtet
wäre, die dem Blick eine einseitig bestimmte
Richtung vorschreibt. Das sind Einwände, die
nicht die Grundfrage der künstlerischen Auffassung
, sondern Einzelfragen der technischen
Erfahrung betreffen. Die Berechnung der

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