Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 201
(PDF, 184 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0249
ARCH. GUSTAV HALMHUBER-HANNOVER

RATHAUS HANNOVER: TEILANSICHT DER SÜDTERRASSE

DAS NEUE RATHAUS IN HANNOVER

Der Neunmillionenbau des neuen Rathauses
zu Hannover weist eine unglückliche
Baugeschichte auf. Mehr noch als das Reichstagsgebäude
in Berlin. Keiner von allen, die
an diesem kommunalen Werk ausübend und
beratend mitgewirkt haben, konnte ungehemmt
seine Gedanken verwirklichen, und daderdurch-
greifenden Hand des Baumeisters letzten Endes
nicht Raum gegeben war, so stand auch,
wer von den Künstlern sich unterordnen wollte,
vor nicht immer einheitlichen und gleichlautenden
Wünschen. Eine Wertung der entstandenen
Einzelleistungen wird darum notwendig
relativ sein müssen. Jedes absolute Urteil, das
sich über die Baugeschichte des Hauses hinwegsetzt
, ist ungerecht gegen das ganze Werk und
gegen die einzelnen Künstler, denn sein Spruch
ist unvollkommen.

Die große Baumasse des neuen Rathauses
ist ein Dokument der stürmischen Wandlung
unserer künstlerischen Anschauungen innerhalb
der verhältnismäßig kurzen Zeit von 15
Jahren. Es ist ein hervorragend charakteristisches
Zeugnis der Zeit und der Menschen, die
in den Jahren 1896 bis 1913 gewirkt haben.
Am 13. August 1895 schrieb die Stadt Hannover
zur Gewinnung eines neuen Rathauses einen

Preis- und Wettbewerb aus für deutsche und
österreichische Architekten. Im April 1896
wurden die eingeschickten Entwürfe juriert
und die Arbeiten von Professor Stier-Hannover
, Architekt Kösser-Leipzig, Architekt Seling-
Berlin, Architekt Schmidt-Chemnitz, Geheimer
Oberbaurat Eggert-Berlin und Architekt Klingenberg
-Oldenburg preisgekrönt. Die Ausführung
wurde auf Grund eines neuen Bauprogramms
in einem engeren Wettbewerb unter
diesen sechs Siegern vergeben. Dieses neue
Bauprogramm umschrieb schon ziemlich fest
Baumasse und äußere Gestalt des Werkes.
Die Stadt verlangte, daß die Baumasse der
Arbeitsräume sich um einen durch eine hohe
Kuppel äußerlich ausgezeichneten Mittelraum
gruppieren sollte, der zu den Festräumen und
Sitzungssälen hinaufleitete. Renaissance also
verlangte die Stadt, und sie erhielt, was damals
herrschte: Pseudo-Renaissance.

Aus dem engeren Wettbewerb ging Oberbaurat
Hermann eggert-Weimar als Sieger
hervor. Sein Bauplan wurde 1898 genehmigt.
Von diesem Architekten einer Zeit, die wir
nach unserer heutigen Ueberzeugung überwinden
mußten, stammen die Grundlagen der
Rathausgestal ung, die ganze äußere Bauanlage,

1

Dekorative Kunst. XVII. 5. Februar 1914

201

2R


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0249