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den das leuchtende Blau seines tüchtigen Mosaikbildes
in drei Teilen so selbstverständlich
schmückt, ist der geschlossenste und vollkommenste
von allen Festsälen des Rathauses.
Nicht nur für die Mosaikbilder gegenüber den
Bogenfenstern, auch für die Glasmalereien hat
Diez die Kartons in lichten Tönen entworfen
^ und dadurch von den beiden Hauptseiten mit
H dem gleichen Stil die Geschlossenheit des ganzen
Saales gefestigt. Auch die Plastik des gleichen
Festraumes, versilberte Stuckreliefs von Professor
Bredow, GARVENSund Brasack klingen
wohllautend zusammen mit dem schwarzgrünen
Marmor der Wände und seinen feinprofilierten
Silberleisten.
Einer der ungetrübtesten Belege für Halm-
hubers Tätigkeit ist das Damenzimmer. Der
vornehme und warme Ton des mahagonigetäfelten
Raumes, sein mausgraues, mahagonifarbenes
und gelbes Kolorit, die reifen Formen der ebenfalls
von Halmhuber entworfenen Möbel und
der Stuckdecke geben zusammen ein stimmungsvolles
Interieur. Auch Adolf Hengelers Gemälde
(Abb. S. 213) entspricht dem Charakter
dieses geschmackvollen Damenzimmers.
Dem großen Festsaal mit den Erlerschen
Malereien folgt ein Saal in Blau und Weiß, in
dem Halmhuber durch gute Abtönungen des
Holzes und des Stucks und durch schöne Profilierungen
eine hervorragende Wirkung erzielt
hat. Leider fehlen gegen den Willen des
Baumeisters in diesem Raum die blaugrauen
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