http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0305
ARCH. FELIX KRUGER-KOLN
HAUS WILDEN: SÜDOSTSEITE
Kaminplatz vor uns mit wärmendem Feuer
und bequemen Sesseln. An der Rückseite des
Raumes sind Anrichte und Kredenzschränke
eingebaut, davor der runde Eßtisch mit Stühlen,
seitwärts der Anrichteraum und Speiseaufzug
vom Kellergeschoß. Nach Süden hin ist eine
geräumige, verglaste Veranda ausgebaut, die
vom frühen Morgen bis zum späten Abend
von der Sonne erreicht wird. Hier sind Fußboden
und der untere Teil der Wand mit farbigen
Glasfliesen verkleidet, die Fenster durch
blumige Vorhänge vor allzuviel Sonne geschützt.
Unmittelbar daran schließt sich eine langgestreckte
, offene Veranda, die durch das Haus
vor allen üblen Winden geschützt ist. Stets
von der Sonne bestrahlt, bietet sie auch an
kühleren Tagen einen idealen Aufenthalt.
Da die Wirtschaftsräume unmittelbar vom
Garten aus zugänglich sind, und das Obergeschoß
nur Schlaf- und Fremdenzimmer enthält
, konnte die nach Norden hin gelegene
Treppe einfach gehalten werden. Vom Treppenhaus
führt ein Stichgang unmittelbar zum Badezimmer
, das zugleich direkt vom Schlafzimmer
der Eltern aus betreten werden kann. Neben
dem Schlafzimmer der Eltern und wie dieses
nach Südost blickend, liegen die der Töchter
und des Sohnes, von diesen durch Treppenhaus
und Gang getrennt Fremdenzimmer und
Mägdezimmer. Letztere haben auch in dem
sehr geräumigen Speicher über der Kehlbalkenlage
noch Unterkunft. Für die liebevolle Art,
mit der Krüger alle Räume durchbildet, sind
gerade diese Mansardenzimmer charakteristisch.
Auch für diese Räume waren Ausstattung und
Einrichtung von vornherein in die Hände des
Künstlers gelegt. So konnte er zahlreiche Wandschränke
und Nischen vorsehen, die Fenster mit
Rücksicht auf die Stellung der Betten anbringen,
die Waschgelegenheiten gut anordnen, kurz,
diese, sonst bei uns in Deutschland oft vernachlässigten
Räume besonders hübsch und zugleich
hygienisch einwandfrei ausbilden. Alles
Mobiliar ist in möglichst einfachen Flächen
und weiß lackiert gehalten, gut im Räume verteilt
und seinen Größenverhältnissen angepaßt.
Vorhänge und Tapeten aber wechseln nach
Farbe und Muster von Raum zu Raum und
nehmen doch auf die Durchblicke Rücksicht.
Im Erdgeschoß hat Krüger vor allem das
große Wohnzimmer, die Halle, mit einer über
ländliche Bedürfnisse hinausgehenden Eleganz
ausstatten dürfen, da die Besitzer sich gerne
mit guten Schöpfungen moderner Kunst umgeben
und auch in diesem Sommerhaus sich
nicht ganz von ihren Schätzen trennen mögen.
253
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0305