Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 274
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MAJOLIKA-ARBEITEN NACH ENTWÜRFEN VON H. STOLL, F. EISENHOFER, W. LEVIN UND E. KYANDER-ELENIUS AUSGEFÜHRT
IN DER KERAMISCHEN WERKSTATTE VON DEBSCHITZ, MÜNCHEN

ergibt sich wie hier bei Debschitz von selbst
die Notwendigkeit der Einrichtung einer Lehrwerkstätte
, in der dem Schüler die Möglichkeit
geboten ist, seine Arbeit vom ersten Stadium
der Entstehung bis zum fertigen Brand
zu bringen.

Der Vertrieb solcher Schulwerkstätten-Produkte
am offenen Markt wird bekanntlich von
Industriellen und Handwerkern mit einem Eifer,
der sicherlich vorteilhafter der Verbesserung
der eigenen Betriebe zukäme, bekämpft und
ist den staatlichen Lehranstalten denn auch
zur Genüge erschwert, wenn nicht ganz unmöglich
gemacht. Daß eine Schule ihren Zöglingen
weit mehr zu bieten hat, sie, was doch
auch im Interesse eines auf gute Ausbildung
bedachten Handwerks liegt, weiter bringen
kann, wenn sie durch das Abstoßen solcher
Arbeiten weitere Mittel für die Fortbildung
ihrer Schüler zu beschaffen vermag, wird von
dieser Opposition ä tout prix nicht bedacht,
Ganz zu schweigen davon, daß die Kenntnis
der praktischen Marktverhältnisse den Schüler
notwendigerweise zu einem geeigneteren Gehilfen
des Praktikers machen muß. Die Deb-
schitz-Schule brauchte sich, da sie ja eine
private Unternehmung war, derlei Beschränkungen
nicht aufzuerlegen. Sie konnte eine
Werkstatt angliedern, konnte in dieser Werkstatt
ihren Schülern ein praktisches Arbeiten

ermöglichen und konnte durch den Verkauf
der absatzfähigen Stücke den Schüler auch
über die Marktfähigkeit seiner Arbeiten unterrichten
. Mehr noch, viele die längst der Schule
entwachsen und schon in irgend einer Praxis
gelandet waren, wie etwa der hier besonders
zu nennende Fritz Schmoll von Eisenwerth
oder Frau von Ruckteschell, hatten hier
eine künstlerisch geleitete Werkstätte, die ihre
Arbeiten ihren Intentionen entsprechend herausbringen
konnte.

Es ist festzustellen, daß dieser Werkstätte
ein außerordentlicher materieller Erfolg beschieden
war. Die Arbeiten — und das dürfte
gleichzeitig auch als Kriterium dieses Unterrichts
anzusehen sein — fanden so beifällige
Aufnahme, daß die Schulwerkstätte sich in
kurzer Zeit zu einem regelrechten Fabrikationsbetrieb
auswuchs. Das verlangte nach einer
neuen, einer geschäftlich freieren Organisation,
die geschaffen wurde, indem die Werkstätte
von der Schule losgelöst und als selbständiges
Unternehmen eingerichtet wurde. Sie diente
und dient selbstverständlich den Lehrabsichten
Wilhelm von Debschitz' weiter. Seine Schüler
eignen sich in ihr die notwendige Praxis an.
Sie führt in der Hauptsache Arbeiten von
Schülern und ehemaligen Schülern der Deb-
schitzschen Anstalt aus. Aber sie steht, nachdem
sie so neu organisiert worden ist, so

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