http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0337
diese Kleinplastiken so angenehm macht, ist
ihre technische Vollkommenheit und ihre Oberflächengestaltung
. Nicht allein auf das Auge,
auch auf das Tastgefühl üben sie einen Reiz
aus, wie etwa die Oberfläche japanischer Lackarbeiten
oder antike Bronzen.
Fritz Schmoll von Eisenwerth gehört im heutigen
Kunstgewerbe zu jener Gruppe von
Künstlern, die sich die Errungenschaften des
letzten Jahrzehnts zunutze gemacht haben, die
die technischen Möglichkeiten beherrschen und
auch der Industrie ihren Tribut zollen, die aber
auf diesem Unterbau weiterarbeiten wollen und
im Kunstgewerbe nicht bloß einen Handlanger
des Gewerbes sehen. Auch das Kunstgewerbe
muß wie die große Kunst wieder feierlicher
und aristokratischer werden. Daß die Gebrauchsform
unser Auge nicht beleidige, ist
eine Forderung, deren Erfüllung dem Handwerk
und der Industrie obliegt. Der Künstler
aber schafft nicht für den Alltag, sondern für
des Lebens Feierstunden. w. Foitzick
FRITZ SCHMOLL VON EISENWERTH
Ausführung: Rüping & Fritz, G. m. b. H., Möbelfabrik, Coburg
PEDDIGROHR-MOBEL
Dekorative Kunst. XVII. 6. Marz 1914
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