Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 300
(PDF, 184 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0358
der Holzverkleidung
, Schränke sind
eingebaut, und ein
kleiner, sehr praktisch
eingesparter
Raum unter der
Treppe dient zur
Aufnahme der Bücherei
. An die Diele
schließen sich außer
dem Salon ein
Wohnzimmer, ein
Boudoir für die Dame
des Hauses und
das Speisezimmer.
Der Salon wurde
mit vorhandenen
Gegenständen eingerichtet
, schaltet
also aus bei der Betrachtung
moderner
Kunst. Im Wohnzimmer
ist jener
gesunde, behaglich
freundliche Stil
durchgeführt, den
wir englischer Anregung
verdanken,
der sich aberbeiuns
zu durchaus bodenständiger
Eigenart
entwickelt hat. Die
großen Blumen und
das saftige Grün
der Wandbespannung
, die dunkle
Täfelung in den Nischen
, das glatte
Weiß der oberen
Wandflächen und
der Decke stimmen
vorzüglich zueinander
. Ein großer runder
Tisch mit stämmigem Säulenfuß bildet den
Mittelpunkt des Raums. Am weißen Kamin
stehen zwei Klubsessel, an den Wänden verteilen
sich einige Gebrauchsmöbel. Der Eindruck
des Allzuvollen ist ebenso glücklich vermieden
wie der des Kahlen, Allzuleeren. Der moderne
Stil läuft, indem er besonders das Sachgemäße
und Notwendige betont, leicht Gefahr, die
Räume leer und nüchtern erscheinen zu lassen.
Hier setzt nun der Geschmack eines liebevoll
einrichtenden Architekten ein. Wenn die Proportionen
klug gegeneinander abgewogen sind
und die Flächen da und dort architektonisch
abgeteilt werden, wird dieser Eindruck, wie in
Haigers Koblenzer Haus, glücklich vermieden.

ARCH. ERNST HAIGER □ HAUS Dr. PRENTZEL :'HAUPTEINGANG

An das Speisezimmer
schließt sich
eine Anrichte mit
Dienerschaftstreppe
. Ein dreifacher
Abschluß trennt es
von der Küche, so
daß keinerlei Eßge-
ruch ins Haus dringen
kann. Um die
Tätigkeit der Hausfrau
zu erleichtern
und bessere Aufsicht
über das Personal
zu ermöglichen
, sollte sich die
Küche im Erdgeschoß
befinden,statt
— wie es sonst in
Herrschaftshäusern
beliebt ist — im
Souterrain oder einem
eigenen Die-
nerschaftsflügel untergebracht
zusein.
Wenn zwei Forderungen
miteinander
in Widerspruch geraten
,muß man sich
für die stärkere entscheiden
. Hier war
es jedenfalls angebracht
, den praktischen
Gesichtspunkten
des Haushalts
nachzugeben,
wenn auch der
Grundriß dadurch
etwas Unruhigeres
bekam, als es sonst
den Entwürfen Haigers
eigen ist.

In den ersten

Stock führt eine bequeme, wenn auch etwas
schmale Treppe. Ein hellgehaltener, sehr anmutig
wirkender Flur öffnet sich in die verschiedenen
Räume, wie Schlafzimmer der Eltern
und Kinder mit sehr komfortablen Bädern
, Spiel- und Lern-Zimmer. Nach dem offenen
Balkon ist ein kleines Frühstückszimmer
gerichtet, das im Sommer eine Loggia bildet,
denn die ganze Außenwand ist von hohen
Glastüren eingenommen, die man in ihrer
vollen Breite öffnen kann.

Zentralheizung und Wassserleitung ziehen
sich durch das ganze Gebäude, die Heizkörper
sind in der gebräuchlichen Art verdeckt mit Ausnahme
jenes im Damenzimmer, der den Künstler

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