http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0403
LENA VON WACHSMANN-MÜNCHEN TASCHENTUCH IN NADELARBEIT
Ausgeführt in den Spitzenschulen der Fürstin von PIeß, Hirschberg (Schlesien)
Bedenklichkeiten. Es sind München, obwohl
es heute noch die Führerschaft in der deutschen
kunstgewerblichen Arbeit besitzt, Konkurrenten
von ernsthaftester Rivalität erwachsen
. Berlin ist München in seiner Kapitalskraft
unendlich überlegen, Köln wird Gewinn
und Anregung haben aus der „Deutschen
Werkbund-Ausstellung 1914", die sich München
, die Stadt, die in ihren Mauern die Gründung
des Werkbunds sah, leider entgehen ließ,
und kleinere Kunstmetropolen am Rhein und
im deutschen Süden arbeiten mit Ernst und
Zielbewußtheit auf dem Gebiete der Gewerbeförderung
und Kunsterziehung. Diese Städte
berufen immer wieder tüchtige Münchner als
Lehrer und Professoren, und selbst an kleinen
mitteldeutschen Fürstenhöfen gibt es für diese
Ex-Münchner Aufträge, die München selbst
ihnen bei der Ueberfülle seiner künstlerischen
Persönlichkeiten nie zu bieten vermöchte. Diese
Kräfte uns zu erhalten und zu sammeln, gilt
es, damit auch die Früchte Münchner Anregungen
und Münchner Arbeit München erhalten
bleiben. Den Ausstellungsplänen anderer
großer Städte muß man begegnen und
die Münchner Ausstellungs-Müdigkeit mit der
Größe der Projekte, mit der Ueberzeugungs-
kraft der Ideen besiegen, wie es der Gedanke
einer alljährlichen, als Gegenstück zur Leipziger
Messe gedachten Münchner Messe der
deutschen Qualitätsproduktion ist. Dieses Projekt
ist neuerdings wieder aufgenommen und
mit dem Münchner Sorgenkind, dem Ausstellungspark
in Verbindung gebracht worden.
341
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0403