Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 410
(PDF, 184 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0482
LUDWIG VIERTHALER

sonders dienendes Ausdrucksvermögen und die
Fähigkeit, durch bestimmten Schmuck zu betonen
. Das Kunsthandwerk ist solchem Tun
verwandt, und da hat sich Vierthaler ja schon
früh bewährt. So leiht er gern und mit Verständnis
seine Kunst dem Architekten, zumal
die Art seiner Formgebung, das Schmiegsame,
das malerisch Weiche und leicht Graziöse dahin
tendiert. Die Tradition, an die dieses junge
und begabte Talent wahlverwandt anknüpft,
stand schon in enger Beziehung zur Baukunst.
Die Leichtigkeit und energische Sicherheit im
plastischen Bilden lassen ihn auch eine heikle
Aufgabe, wie die Figur des modernen Gent
(Abb. S. 414) mit frischem Griff geschmackvoll
und stilistisch gestalten, und die beiden Fensterfiguren
auf der oberen Abbildung derselben
Seite fügen sich mit der malerischen Auflö-

KERAMIK

sung in Licht und Schatten voll reizender
Lebendigkeit dem Charakter der Architektur.

Die schönsten und reichsten Stücke Vier-
thalers sind heute seine Kleinplastiken, seine
Arbeiten für die Porzellanmanufaktur Rosenthal
in Selb, seine kleinen Bronzen und einige
keramische Figuren. Der Piqueur im roten
Rock mit dem Hund, das Mädchen mit dem
Früchtekorb, die Dame mit dem Muff und jene
Schöne mit dem Schoßhündchen geben davon
einige Proben. Die beiden letzten Figuren
sind ursprünglich in Porzellan gearbeitet und
kommen in diesem Material erst voll zur
Geltung. Das verführerisch Pikante der Dame
mit dem Hündchen, das schon in der plastischen
Gestaltung, in dem Reiz der Röckchen und
Rüschchen spielt, wird im Porzellan noch ungleich
reizvoller, wo die Füßchen, zwischen

I

410


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_30_1914/0482