Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 434
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WOLFGANG UND HERTHE VON WERSIN

venezianische glasarbeiten

Vertrieb: Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst, München

Glases, bei dem seine Schwellungen und Einschnürungen
den Hauptreiz der Form ausmachen
, der eine Folge des nahen Kontaktes
des Gegenstandes mit seinem Hersteller ist.
Das Dekor ist sparsam verwendet, wo es —
wie bei den Leuchtern — auftritt, ist es aus
der Glasmasse selbst in traditioneller Weise
gebildet, die in einem offenbaren Gegensatz
zum böhmischen Glase steht. Dieses ist massiger
und erhält seinen Schmuck durch Schliffe,
Aetzungen und Vergoldungen, während das
venezianische Glas, und so auch bei Wersin,

aus sich heraus die schmückenden Momente
holt und die Schmuckformen allein aus der
Masse selbst bildet.

Es sind dieses die ersten Versuche, die ein
Künstler gemacht hat, die alte venezianische
Glastechnik für unser modernes Kunstgewerbe
nutzbar zu machen. Man wird ihnen volle
Anerkennung zollen müssen. Jedenfalls kann
Wolfgang von Wersin für sich den Ruhm in
Anspruch nehmen, als erster mit zu der Neubelebung
der venezianischen Glasbläserei beigetragen
zu haben. W. Foitzick

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