Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 30. Band.1914
Seite: 435
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ADOLF SONNENSCHEIN TAFELGERÄT
Ausführung der Messingkessel: Fuhrmann & Drößler, Dresden; der Fruchtschale in Bronze: J. Kailies, Dresden

METALLARBEITEN VON ADOLF SONNENSCHEIN, DRESDEN

Die Kunde von fernen Zeiten, wo die Kunst
ihre stärksten und frischesten Triebe aus
dem Boden der Kirche zog, scheint uns Gegenwärtigen
, die wir aus Im- und Ex- schon bald
beim Sympressionismus gelandet sind, wie eine
von allen Geheimnissen des Märchens umwitterte
Sage. Das Riesenreich des mittelalterlichen
Kunstgewerbes, nahezu von einem machtvollen
Zepter beherrscht, unter dem Krummstab sich
unaufhörlich neu gestaltend und umgrenzend
— die moderne Bewegung, aus der Sehnsucht
nach neuer Schönheit im Kreise der bürgerlichen
Nutzansprüche
geboren, durch Maschinen
und Ausstellungen
, diese Klimakteriumssymptome
des
modernen Wirtschaftslebens
, groß geworden
: erst unsere Urenkel
werden die ungeheure
innere Gegensätzlichkeit
dieser Perioden
in allen ihren
Ursprungs- und Folgeerscheinungen
ganz
klar begreifen. Wenn
heute ein Künstler, der
völlig mit den Augen
seiner Zeit sieht und
mit den ihr allein eigenen
Mitteln schafft,
sich bewußt in dieBe-

ADOLF SONNENSCHEIN 0
Ausführung in Bronze

dürfnissphäre der kirchlichen Kunst wagt, so
wird niemand das als eine reaktionäre Wendung
auffassen. Und um so höher werden wir
ihn schätzen, wenn er bei dieser Umstellung
von dem Schatze neuer und selbständiger Geschmacks
-Elemente, den ihm die Schule, die
Formgesinnung der Gegenwart und die verfeinerte
Skala seiner persönlichen künstlerischen
Gestaltungskraft schenkte, nichts preisgibt, sondern
die alte Schale bis an den Rand mit dem
neuen geistigen Stoffe zu füllen imstande ist.
Unter den Schöpfungen des Dresdner Bildhauers
Adolf Sonnenschein
, die auf
diesen Blättern gezeigt
werden, nehmen die
zu profanem Gebrauche
bestimmten den
kleineren Raum ein.
Im Vordergrunde der
Altargeräte — denn um
solche kann es sich
beim protestantischen
Kultus ja fast allein
handeln — stehen die
Leuchter. Man weiß,
bis zu welchem Grade
monumentalen Eigenlebens
das Mittelalter,
noch mehr als Renaissance
und Barock,
diese Stücke gesteigert
hat. Auch dem

TAUFKANNE UND SCHALE
von J. Kallies, Dresden

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