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Hamburger Kontoren wie- 1
der etwas lebendig ist von
dem alten Hanseatengeist,
der nicht nur die damals (
bekannte Welt zu seinem |
Absatzmarkt haben wollte, i
der überallhin, wo er Fuß I
faßte, auch eine große Kul- I
tur brachte, eine Kultur, wie '
sie in herrlichen Messe-Palästen
, in stolzen Partrizier-
häusern, in Kaufmannspor- ,
träts — man denke an den |
Gisze des Holbein—Aus- |
druck fand. j
DieRenaissancediesesal- |
ten Kaufmannsgeistes (wer *
gibt uns von ihm einmal ein
plastisches Bild? Wer stellt
uns endlich die vielen, noch
erhaltenen Dokumente zu- <
sammen?)begann mit Mes- j
sei. Höger ist der Harn- |
burger Messel. Der Satz, I
so knapp hingeworfen, wird I
vielleicht nicht ohne Widerspruch
hingenommen werden
. Aber wenn man überhaupt
die Möglichkeit zu- i
gibt, zwei schaffende Per- |
sönlichkeiten zu verglei- j
chen, wenn man vor allem (
auch bereit ist, die beide I
Male andere Situation in
die Rechnung einzustellen,
dann wird auf die Dauer
eineprinzipielleAbweisung ,
dieser Behauptung doch
nicht möglich sein. Messel |
kam, als in der Reichs- |
hauptstadt der Boden durch |
einen erst, durch Wallot I
aufgepflügt war. Bis zum
Rand gefüllt mit feiner,
alter Kultur trat er vor
seine Aufgabe, die moderne /
Sachlichkeit hieß. Höger j
ist ein harter Schleswig- |
scher Kopf, der in Harn- I
bürg anfing, als man inner- !
lieh schon bereit war, sich <
vom alten Ballast nicht
mehr hindern zu lassen.
Und er schuf etwas, was
von Hamburg aus entstehen i
mußte: das moderne j
FR. HOGER h ERKER DES KLOPPE RH AUS ES q PLASTIKEN VON AUGUST GAUL BureauhaUS. |
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