Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 31. Band.1915
Seite: 197
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von Skizzen, mag es sich nun um Rauchs
prächtigen Künstlerkopf, um die stattliche Erscheinung
eines Innungsmeisters oder um ein
andachtsvoll staunendes Spreewälder Bauernpaar
handeln.

Die Bildnisse, die Krüger für den preußischen
und russischen Hof gemalt hat, besitzen
für uns unschätzbaren historischen Wert wegen
der unübertrefflichen Lebenswahrheit mit der
er die Persönlichkeiten darzustellen wußte,
die ihm Modell saßen. Eines seiner besten
Porträts zeigt Friedrich Wilhelm IV. in seinem
mit Kunstgegenständen geschmückten Arbeitskabinett
, im offenen Interimsrock mit roten
Aufschlägen, ungezwungen an den Schreibtisch
gelehnt, seinen feinen, klugen
Kopf dem Beschauer
prüfend zugewandt, eine Auffassung
, wie sie glücklicher
und passender nicht gefunden
werden konnte. Ganz
anders dagegen hat er uns
den Prinzen von Preußen
überliefert, den späteren Kaiser
Wilhelm I., in straffer,
militärischer Haltung, die
linke Hand am Degengriff,
mit festem, strengem Blick.
Von Friedrich Wilhelm III.
besitzen wir ein ausgezeichnetes
Reiterporträt mit einer
Ansicht von Potsdam im
Hintergrund, und unter den
Bildern, die Nikolaus I. bestellte
, ist vor allen das im
Winterpalais, auf dem der Zar
mit seinem Stabe heransprengt
, wegen seiner lebendigen
Schilderung bemerkenswert
.

Krügers Lieblingsmotive
waren offenbar Pferdedarstellungen
, und in ihnen hat er,
zumal wenn er nicht durch
Uniformzwang und andere
höfische Rücksichten gebunden
war, zweifellos sein Bestes
geleistet. Erst waren es
nur Beobachtungen aus Ställen
, bei Remonten, Märkten
usw., aber bald kamen Bilder,
wie der prächtige „Ausritt
zur Jagd" im Morgennebel,
der „Spazierritt mit dem Prinzen
Wilhelm", ein ganz reizendes
Kabinettstück liebevoller
Malerei, oder wie der
„ AusrittderFürstinLiegnitz", franz kruger

dem das frische Grün des Charlottenburger
Schloßparks eine äußerst frische, landschaftliche
Note gibt.

Sollen wir noch weiter die schier endlose
Reihe Krügerscher Werke durchgehen, um
hier und da eine köstliche Probe seiner Kunst
flüchtig zu erwähnen? Wir könnten uns aus
ihnen eine Berliner Galerie geistvoller Männer
oder schöner Frauen oder urwüchsiger Volkstypen
zusammenstellen, wir könnten ihnen
hunderterlei Mitteilungen entnehmen über Menschen
und Begebenheiten des Vormärz, aber
begnügen wir uns jetzt mit der zeitgemäßen
Feststellung, die selbst der oberflächlichste
Einblick in das Werk des Malers aufnötigt,

spreewälder bauern paar (zeichnung

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