Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 6
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EUROPA

JOSEPH WACKERLE-BERLIN □ FIGUREN IN POLIERTEM MESSINGGUSZ

ASIEN

Der Saal ist weiß getüncht, in dem etwas
harten grünlichen Weiß, das man in alten Landhäusern
trifft. Ich möchte gleich sagen, daß
diese und ähnliche Töne, die Bruno Paul
offenbar absichtlich jetzt bevorzugt, mir nicht
glücklich erscheinen. Malerei in dem Material,
das für Wandbilder in Betracht kommt, steht
gut auf diesen Farben; das ist ja auch wohl
der Grund für ihre Wahl. Aber bei den meisten
Stoffen gibt es einen harten Zusammenstoß
, so hier, wenn sich die fliederfarbene
Seide der Wandbespannung des Salons als
Nachbar neben die getünchte Wand des Saales
stellt.

Bruno Paul pflegt seit Jahren die dekorative
Malerei. Er hat Künstler wie E. R. Weiß,
Karl Walser und gelegentlich und für besondere
Fälle Emil Orlik herangezogen und mit

ihnen gemeinsam Räume geschmückt, die
neben ihrem Reiz zugleich das Verdienst haben,
in den Grundsätzen als Vorbilder wirken zu
können. Es ist das um so wichtiger, als das
auf die Wand gemalte Bild, das unbewegliche,
mit dem Bau verbundene Kunstwerk, der eigentlich
stilgerechte Schmuck des Eigenhauses
ist, ihm das letzte Cachet gibt. So muß es
in der Zukunft, die diese Art des Hauses begünstigen
wird, eine große Rolle spielen. Und
die neueste Malerei mit ihrem Ausgehen auf
Wirkungen, die dem Wandbilde eigentümlich
sind, rüstet ihre Künstler für dies dekorative
Schaffen im höheren Sinne. Ja, es sind ihre
Irrungen und ihr zeitweiliger Stillstand hauptsächlich
dadurch hervorgerufen, daß die Wände
fehlen, und die Maler Prinzipien auf das bewegliche
Bild kleinen Formats anwenden, die

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