Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 15
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Kontrastbedürf-
nisnach derde-
korativ bereicherten
Form
bis zu ihrer

Ueberladung
mit bizarrem
Prunk ist der
Schritt leider
sehr kurz; kürzer
, als er sein
dürfte, wenn
wir des Kampfes
gedenken,
der uns von der
Herrschaft der

historischen
Stilphrase befreit
hat. Es
sind nicht nur
Mitläufer der
modernen Bewegung
, die
diesen Schritt
mitmachen, es
sind Talente,
deren selbständige
künstlerische
Haltung
durch gute
Leistungen
erwiesen ist.
Auch diese Talentesehen
wir,
bedauerlich genug
, zu Zugeständnissen
an
das Prunkbedürfnis
von
Auftraggebern
geneigt, die ihr
Geld auf Kosten
des guten

Geschmackes
zur Schau stellen
wollen.

Erschwerend
kommt hinzu,
daß in diesen

kaufkräftigen
Schichten das
alte Vorurteil
der Emporkömmlinge
keineswegs
erloschen
ist: alles,
was vom Auslande
kommt.

BRUNO PAUL-BERLIN

WANDSCHRANK IM SPEISEZIMMER

sei an und für
sich „vornehmer
" als die
deutsche Arbeit
. Gerade in
letzterZeitwur-
den besonders
aus Berlin und
dem von dort
aus versorgten

Abnehmerge-
bietKlagenlaut
über die neuerdings
häufigeren
Fälle, in
denen französische
und englische
Einrichtungenbezogen
worden sind,
weil das einheimische
Kunstgewerbe
des
„höheren" Stiles
, d.h. des historischen
Stilprunkes
nicht
mächtig sei.

In diese beginnende
Trübung
der Begriffe
und zu-
nehmendeVer-
wirrung der

kunstgewerblichen
Absichten
, die durch
eine ziemlich
heftig einsetzende
Reaktion
des spezifischen
Kunsthandwerks
älterer
Richtung
noch gefördert
wird, fällt nun
das große Ereignis
des Weltkrieges
wie ein
langhin rollender
Donnerschlag
. In blitzartiger
Beleuchtung
sehen
wir das
riesenhafte Gespenst
eines

Völkerhasses

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