Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 41
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HAUS DRYANDER IN ZABITZ

Es handelte sich darum, einen alten Gutshof
durch ein, modernen Anforderungen genügendes
Herrenhaus zu ergänzen.

Der Gutshof mit seinen um einen rechteckigen
Hof gruppierten, langgestreckten Ställen
und Scheunen ist sicherlich eines der reizvollsten
architektonischen Motive, die uns von alters
überkommen sind. Wie alle geschlossenen Hofanlagen
wirkt der Wirtschaftshof erfüllend auf
unser architektonisches Empfinden. Es würde
daher falsch sein, einen solchen Raumeindruck
durch Neubauten zu zerstören, vielmehr erwächst
die Aufgabe, solche Neubauten der
Uridee organisch einzufügen.

Auch bei dem Gutshof in Zabitz (einem im
Saaletale 25 km nordwestlich von Halle a. S.
gelegenen Dorfe) waren alle Wirtschaftsgebäude
und ein primitives Gutshaus um einen quadratischen
Hof gruppiert (Abb. S. 42). An der
Stelle, an der jetzt das neu errichtete Herrenhaus
steht, standen früher baufällige alte Schuppen
und Scheunen. Das neue Herrenhaus mußte
nach ihrer Beseitigung die Gruppe wieder schließen
. Es ist dazu in eine möglichst langgestreckte
Form gebracht, in die Mitte der Platzseite gestellt
und mit anschließenden Steinmauern

versehen, die den weiteren Abschluß zu beiden
Seiten des Hauses besorgen. Auf der Südostseite
des Hofes steht noch das bisherige kleine
Gutshaus, das jetzt zu einer Inspektor- und
Gärtnerwohnung umgebaut worden ist.

War somit Lage und Grundrißform des neuen
Hauses vorgezeichnet, so handelte es sich jetzt
darum, an welche der vier Hausseiten die geforderten
Wohnräume zu legen sein würden.
Wie die Windrose zeigt, ist die beste Wohnseite
, nämlich Süd-Süd-Osten, eigentlich die
Schmalseite des Hauses. Da jedoch der nach
außen liegenden Längsseite, die nach Ost-
Nord-Ost gewandt ist, immerhin noch die Hauptvorteile
der Ostlage zugute kommen, konnte
sehr wohl die Mehrzahl der Schlafzimmer im
ersten Stockwerk sowie zwei Hauptzimmer des
Erdgeschosses an diese Front gelegt werden.
Dies um so mehr, als zwischen der äußeren
Hausfront und dem etwa 33 m entfernt liegenden
, parallel verlaufenden Feldwege die
Entwicklung eines schönen Hausgartens möglich
war. Die weiter geforderten großen Obst-
und Gemüsegärten schlössen sich dann am
besten nördlich an. Das südliche, nach der
Dorfstraße hin liegende Gelände war vor dem

Dekorative Kunst. XVIII. 2. November 1914

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