Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 78
(PDF, 109 MB)
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BRUNO PAUL

HAUS DER ROSE-LIVINGSTONE-STI FTUNG : BLICK IN DEN KÜCHENHOF

Baues erworben, um hier das Entstehen von
Miethäusern zu verhindern. Seine Anlage bestimmte
das Gewächshaus. Um dessen Gerippe
aus Glas und Eisen architektonisch zu
fassen, wurde es gegen die Straße durch zwei
Pavillons flankiert, von denen einer als Arbeitsund
Abstellraum für den Gärtner dient, der
andere als ein intimes, chinesisches Teezimmer
ausgebildet wurde, das auch im Winter
benützbar ist. Aus der Lage des Gewächshauses
folgte die Längsführung des Bassins.
Dazwischen schiebt sich eine Baumreihe, deren
deckende Wand die straffe Bindung mit dem
Haus besorgt; für die Fläche wird sie durch
die energische Steinrahmung des klar abgestuften
Reliefs der Bassinumkleidung erreicht
(Abb. S. 77). Die reizvolle Ueberschneidung
des Brunnens gibt der unregelmäßigen Fassade
einen prickelnden Auftakt und eine lustige
Balance. Das Motiv der grasdurchwachsenen
Platten erfüllt den Wunsch der Bauherrin, die
es als eine liebe Reiseerinnerung an England
festgehalten wissen wollte.

Der geräumige Küchenhof (Abb. S. 77) ist
von oben für Lieferanten zugänglich, aber so
umschlossen, daß er eine stille, frohe Welt für
sich bildet. Durch den schönen Rasen und die

Schlinggewächse, das Plätschern eines eigenen
Brunnens und behagliche Gartenmöbel wird er
für die Dienstboten ein angenehmer Aufenthalt.

Der Grundriß (Abb. S. 76) ist weitläufig gehalten
, damit die Stiftsdamen möglichst ungestört
sind. Die einzelnen Räume wurden so
disponiert, daß sich fast stets ein Wohnraum
mit anstoßender Schlafnische oder eigenem
Schlafraum ergab. Die Schränke wurden eingebaut
, um den Zimmern die Geräumigkeit
zu erhalten. Beinahe von jedem Zimmer des
Obergeschosses, zumal an der Südseite, ist
ein Balkon erreichbar. Vor den Räumen des
Erdgeschosses liegt, von den Flügeln sorglich
umschlossen, eine breit entwickelte Terrasse.
Die Küche ist mit reichlichen Nebenräumen:
Spülküche, Anrichte, Vorratskammern und
einem gut eingerichteten Leutezimmer, in das
Untergeschoß gelegt. Sie erhält von dem schon
erwähnten Hof gutes Licht. Die Flure (Abb.
S. 82 und 83) haben durch die Wölbung, angenehme
Beleuchtung und weiße Tünche wohnlichen
Charakter; Wandbrunnen mit blauen, holländischen
Fliesen gereichen ihnen zur besonderen
Zier. Den Bodenbelag bilden Platten mit
gelbgrünen Mustern. Der graue Läufer stimmt zu
dem hellen Geländer der leichten Nebentreppe.

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