Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 86
(PDF, 109 MB)
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Varia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0118
BRUNO PAUL

zwei Säulen in leichtem Bogen aus der Grundbewegung
heraus und um den Vorplatz, kehrt
dann aber wieder in die ursprüngliche Richtung
zurück, um bei den Fenstern in eine
weite Hufeisenform auszubuchten. Der Lüster
faßt das Treppenhaus nach der Höhe zusammen
und gibt ihm mit dem stukkierten Deckenoval
noch eine besondere Zier. Vor dem Eingang
zum Wohnzimmer stehen alte Kirschbaummöbel
, deren tiefes Honiggelb in die noble
Schwarz-weiß-grün-Wirkung einen warmen,
wohnlichen Ton bringt.

Das Wohnzimmer führt auf den großen
Mittelbalkon (Abb. S. 87). Es hat lichtgraue
Tapeten, blauen Bodenbelag und einen runden
Ofen, dessen weißliche Kacheln mit
dem Porzellanzeug der Eckschränkchen gut
zusammengehen. Die bunt gemusterten, altmodischen
Bezüge und Vorhänge und der
biedermeierische Anklang in den Sitzmöbeln
geben dem Zimmer etwas Großmütterliches,
das in dieser Umgebung nicht ohne leisen

H AUS DER ROSE-LIVINGSTONE-STIFTUNG : WOHNZIMMER

Humor ist. Die Platten der graziösen Schreibtischchen
zeigen ein reiches Naturornament,
das gegen Beschädigung durch eine Glasscheibe
geschützt ist. Ein besonders dekoratives
Stück ist der schön geteilte Schrank, in dem
das kaukasische Nußbaumholz zu prachtvoller
Wirkung kommt. Der Verlauf der Maserung
folgt der Funktion und Richtung der einzelnen
Teile: in den beiden Türen entwickelt sie sich
kreisförmig; in den vertikalen Leisten sind
die Streifen lang gezogen, in den horizontalen
Kanten nebeneinander gereiht; die geschwungenen
Profile haben gewellte Linien. So vermag
die richtige Verwendung des Furniers
den tektonischen Aufbau eines Möbels zu
unterstützen und sinngemäß zu schmücken.

Im Erdgeschoß sind für gesellschaftliche
Zwecke zwei ineinandergehende Räume mit
dem Speisezimmer in eine Verbindung gebracht
. Das Wohn- und Empfangszimmer ist
gut bürgerlich. Ins weiche Grau der Tapete
und des Bodenbelags bettet sich wollig das

86


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_32_1915/0118