Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 87
(PDF, 109 MB)
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BRUNO PAUL

HAUS DER ROSE-LIVINGSTONE-STIFTUNG: WOHNZIMMER

warme Dunkelbraun der Möbel und das Altgold
ihrer Bezüge. Ein großer, ovaler Ofen
in perlgrauen Tönen (Abb. S. 91) vollendet die anheimelnde
Ruhe des stillen, frohen Raumes. Die
Bibliothek ist auf Grün gestimmt. Zwischen
den schwarz und grün gestreiften Roßhaarpolstern
schimmert das matte Braun des Nußbaums
. Das Speisezimmer ist ein langgestreckter
, heller Raum, der auf eine starke Benütz-
barkeit eingestellt wurde (Abb. S. 84). Die kräftigen
Stühle sind nach altwestfälischen Mustern
gefertigt und mit sauberem Geflecht versehen,
dessen Art die fraisefarbene Matte aufnimmt.
Das dunkel gebeizte Eichenholz der Tische
und Schränke beleben die leicht geschwungenen
Messingbeschläge. Ihr funkelndes Ornament
umwandert glitzernd den Raum; begleitet
von dem matteren Glanz der vergoldeten
Bilderrahmen, klingt es im blinkenden Linienspiel
des Lüsters nach der Höhe aus. Das
feurige Orange in den Vorhängen wird vom
Kupferbecken des Wandbrunnens (Abb. S. 85)

aufgenommen. Im tangofarbenen Bezug der
Büfettverkleidung wird es zum leuchtenden
Mittelpunkt der Nische, des Zimmers und der
ganzen Zimmerflucht. Das Ornament ist hier
nur die selbstverständliche Auflösung und Zier
der Fläche, gegen die die glatten Felder der
Täfelung ihre schlichte Schönheit gefügig in
den Dienst der Wand stellen.

Die Garderobe liegt unter dem Treppenhaus
(Abb. S. 90). Sie gibt uns eine Vorstellung
von der einfachen, properen und zweckdienlichen
Einrichtung aller ähnlichen Räume
des Hauses. Die Anrichte und das Leutezimmer
(Abb. 88) zeigen die gute Beleuchtung
der Wirtschaftsräume und ihre sorglich
liebevolle Ausstattung.

Wir scheiden von dem Stift mit dem beglückenden
Gefühl, daß hier eine ideale Bauherrin
den berufenen Künstler gefunden hat, daß die
moderne Architektur vollauf imstande ist, eine
derartig einheitliche Aufgabe praktisch, logisch
und harmonisch zu lösen. j. Popp

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