Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 32. Band.1915
Seite: 105
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JOSEF WACKERLE PLASTIKEN AN DER DECKE DES FESTSAALBAUES DES MOZARTEUMS

DAS MOZARTEUM IN SALZBURG

Für Salzburg bedeutet die Gestalt und das
Wesen Wolfgang Amadeus Mozarts, was
für Weimar Goethe, für Königsberg Kant, für
Bayreuth Richard Wagner bedeutet: die ganze
Stadt ist der Erinnerung und der Verehrung
dieses Großen voll und sie ist stolz auf das
geistige Erbe des Genius, das sie in getreue
Obhut genommen hat. So gehören im Urteil
der Zeitgenossen Mozart und Salzburg zusammen
, nicht weil Mozart zufällig in Salzburg
geboren ist, sondern weil in beiden die gleiche
Idee Kraft gewann, und weil die gleiche Stimmung
in der Musik Mozarts und in der Stadtseele
Salzburgs schwingt: die durch unendliche
Grazie geadelte hohe Lebensfreude, Leichtigkeit
und Anmut ohne Ende, die ebenso der
„Hochzeit des Figaro" und dem „Don Giovanni
" eigen sind wie dem gemauerten und
gemeißelten Rokoko der Stadt üppiger fürstlich
-geistlicher Kunstpflege, der Stadt des Mirabellschlosses
und der tändelnden Architektonik
hochragender Kirchen.

Als dieses Salzburg die Bauaufgabe zu verteilen
hatte, dem Mozart-Gedanken und der
Mozart-Pflege ein Gehäuse zu errichten, konnte
ihm als Künstler nur der Beste gut genug
sein, und es ist verständlich, daß es sich auf

dem Wege eines internationalen Wettbewerbes
nach einem Projekt für das Mozart-
Haus umtat, obwohl es galt, auch die Bautraditionen
Salzburgs bei diesem Bauwerk aufs
getreueste zu hegen. Am 31. März 1910 waren
die Wettbewerbs-Entwürfe einzureichen, eine
siebenköpfige Jury saß zu Rat und entschied
sich für die Entwürfe des Münchner Architekten
Richard Berndl, dem damit der erste
Preis und die Bauausführung zufielen. Am
17. Mai 1912 geschah, nachdem an dem preisgekrönten
Projekt noch mancherlei Aenderun-
gen vorgenommen und die definitiven Pläne
festgelegt waren, der erste Spatenstich; zu
Anfang des Monats August 1914 stand das
Gebäude im Innern wie im Aeußern bis zur
letzten Einzelheit vollendet da, bereit zu der
festlichen Weihe, für die man den 14. August
festgesetzt hatte. Die weltpolitischen Ereignisse
ließen indessen eine größere Eröffnungsfeierlichkeit
als unpassend erscheinen, und so
hat man ohne alles Gepränge im Herbst 1914
das Haus seinen mannigfaltigen Bestimmungen
übergeben.

An der stillen Schwarzstraße, in die zur
Sommerszeit das Wipfelgrün des Mirabellgartens
hereingrüßt, war das Baugelände bestellt

Dekorative Kunst. XVIII. 4. Januar 1915

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